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30.03.2010
Interview - Die Zack-Edition!
Fragen an Georg F. W. Tempel
Der MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag aus Berlin geht erstmals mit einem umfangreichen Albenangebot in das Sommerprogramm 2010. PPM befragte Georg F. W. Tempel zu den weiteren Plänen rund um die ZACK-Edition.
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In der ZACK-Edition werden nicht nur im ZACK-Magazin vorveröffentlichte Serien publiziert, sondern künftig immer mal wieder kleine Kabinettstücke der Comickultur auf die Bühne gehoben.
PPM: MOSAIK geht erstmals mit einer Verlagsvorschau an den Markt, die im Sommerprogramm monatlich zunächst jeweils zwei Alben (Ausnahme ist der Monat Juni mit drei Alben) präsentiert. Wie kam es zu dieser Entscheidung, eine regelmäßige Albenproduktion vorzulegen?
Georg F. W. Tempel: Da wir letztes Jahr im Sommer beschlossen haben, in Zukunft fast ausschließlich exklusive Serien in „ZACK“ zu veröffentlichen, war die letzte Konsequenz daraus, auch ein eigenes Albenprogramm aufzubauen. Außerdem gab es im Magazin einige Serien, die in Frankreich bereits über so viele Bände verfügen, dass ein kompletter Heftabdruck nicht mehr möglich war, ohne „ZACK“ völlig damit zu blockieren.
PPM: Welchen Vorteil hat es für den Verlag, sich neben den Magazin-Rechten auch die Album-Rechte zu sichern?
Georg F. W. Tempel: Natürlich haben wir mit der Möglichkeit, zwei Verwertungsarten anzubieten, im Lizenzbereich einen klaren Vorteil gegenüber anderen Verlagen, die nur eine Albenveröffentlichung planen. So können wir auch bei Serien mitbieten, die sonst sofort zu einem der großen Verlage gegangen wären.
PPM: Werden alle ZACK-Serien auch später als Album erscheinen?
Georg F. W. Tempel: Nein, das ist nicht geplant. Eigentlich lassen wir uns die Option, nur Leserfavoriten später auch als Album zu veröffentlichen.
PPM: Die Anzahl der ZACK-Serien ist im Sommerprogramm schon recht hoch. Es stellt sich möglicherweise dann wieder die Uraltfrage: wie kann man die Leser motivieren, dem Magazin treu zu bleiben?
Georg F. W. Tempel: In dem wir auch in Zukunft interessante Serien im Heft haben werden. Für Herbst sind wir an einigen Perlen dran. Ich hoffe, dass wir letztendlich auch die Rechte bekommen werden.
PPM: Mit der Gesamtausgabe von „Freddy Lombard“ gibt es erstmals auch Material, das nicht im ZACK-Magazin erschienen ist. Kannst du dir solche besonderen Publikationen erneut vorstellen?
Georg F. W. Tempel: Auf alle Fälle. Klaus Schleiter, der Herausgeber von „ZACK“, und ich waren uns schnell einig, dass es in jedem Programm ein Sahnestückchen geben sollte, das durch seine Qualität besticht. Und bei „Freddy Lombard“ waren wir uns schnell einig, da Klaus die Serie bei sich auf dem Tisch hatte und ich sie bei der ECC gebracht hätte, wäre ich dort weiter in Diensten gewesen.
PPM: In der ZACK-Edition gibt es neben den „normalen“ Alben außerdem Luxusausgaben mit Drucken und Sonderseiten. Das scheint auch bei anderen Verlagen ein erfolgreicher Weg zu sein, der von den Fans gewünscht wird. Hochwertige Albenausgaben, die über den Comic hinaus z. B. mit Sekundärtexten und Drucken einen Mehrwert haben. Muss man den Fans einfach heute mehr bieten, um die Produkte zu verkaufen?
Georg F. W. Tempel: Ich glaube, dass es unter den Comic-Lesern einen harten Kern gibt, der nicht nur ein Comic-Album kaufen will, sondern etwas Besonderes möchte Und dem wollen wir mit limitierten Luxusausgaben Rechnung tragen, indem wir zum einen Bonusmaterial liefern und zum anderen noch etwas Spezielles wie eine Signatur oder ein Exlibri oder ein anderes Cover hinzufügen. Alles in allem soll sich der Käufer einer solchen Ausgabe über sein Objekt freuen können und einen Mehrwert erhalten, der den höheren Preis rechtfertigt.
PPM: Der relativ kleine franko-belgische Markt ist in Deutschland von vielen Verlagen stark umworben. Wie kann man die Position von ZACK/ZACK-Edition sichern bzw. nach Möglichkeit verbessern?
Georg F. W. Tempel: Wir werden nicht auf jeden fahrenden Zug aufspringen, der gerade den Bahnhof in Richtung Nirgendwo verlässt. Deshalb haben wir uns z.B. auch bewusst gegen eine momentane Veröffentlichung einer „Michel Vaillant“-Gesamtausgabe entschieden, da es zu viele hochpreisige Produkte dieser Art auf dem Markt gibt, die das Geld der Kunden binden. Auch müssen wir nicht den Fantasy- und Graphic Novel-Stoffen hinterher rennen, da es dort auch schon genügend Anbieter gibt. Wir werden versuchen, ein eigens Profil zu finden, was uns dann wieder von den Mitbewerbern unterscheidet.
PPM: Sind Eigenproduktionen für ein Magazin wie ZACK heute noch denkbar?
Georg F. W. Tempel: Kaum, da man generell in Deutschland den meisten Künstlern nicht die Preise zahlen kann, die sie benötigen, um exklusiv für ein Magazin zu arbeiten. Oder aber man lässt Fließbandware in einem Studio produzieren. Das wiederum würde unserem Qualitätsanspruch widersprechen.
PPM: Woran liegt es deiner Meinung nach, dass sich nur sehr wenige Comic-Magazine am deutschsprachigen Markt halten können?
Georg F. W. Tempel: Für große Verlage rechnen sich Magazine wie „ZACK“ einfach nicht, und die Kleinen haben meistens nicht das nötige Geld, um längere Zeit auch mit Verlust arbeiten zu können, was dazu führt, dass die Hefte unregelmäßig erscheinen, und das wiederum macht die Leser unzufrieden und lässt sie abspringen. Ein Teufelskreis.
PPM: Eine persönliche Frage: Was hat dich nach deinem Ausscheiden bei Egmont dazu bewogen, im Comic-Geschäft zu bleiben? Siehst du deine Zukunft weiterhin im Comic-Markt? Was hast du mit ZACK bzw. neben ZACK noch vor?
Georg F. W. Tempel: Der Spaß an der Materie. Außerdem bin ich seit über 20 Jahren in diesem Geschäft. Es wäre schade, diese Erfahrung nicht zu nutzen. Allerdings sehe ich meine Zukunft nicht allein auf dem Comic-Markt sondern in der Kultur allgemein. Mit „ZACK“ möchte ich gerne eine weitere erfolgreiche Dekade starten und auch das Programm der ZACK-Edition als ständige Größe etablieren. |
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Autor(en): Achim E. Stuehler |
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