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Meldung
13.05.2010

Interview

Das Wolkenvolk und weitere Eigenproduktionen bei Splitter

Das Wolkenvolk und weitere Eigenproduktionen bei Splitter

PPM befragte den Splitter-Verlag zum neuen Wolkenvolk-Band und den Planungen zu weiteren Eigenproduktionen

Die gesamte WOLKENVOLK-Roman-Trilogie von Autor Kai Meyer wird beim Splitter Verlag als Comic-Adaption erscheinen. Die Grundidee zu den WOLKENVOLK-Romanen kam ursprünglich aus zwei unterschiedlichen Richtungen

Zum einen haben die Romane ihre Wurzeln in asiatischen Fantasyfilmen, von denen viele auf einer alten literarischen Tradition beruhen, dem so genannten »Wuxia«-Genre – chinesischen Romanen um wandernde Schwertkämpfer, vage vergleichbar mit europäischen Rittergeschichten. Zum anderen schwirrte Kai Meyer seit vielen Jahren die Idee einer bewohnbaren Wolke durch den Kopf. Und da der Autor für seine eigene China-Geschichte den Blickwinkel eines Nicht-Chinesen haben wollte, hat er beides „in einen Topf geworfen“. Daraus wurde die WOLKENVOLK-Trilogie mit den drei Bänden »Seide und Schwert«, »Lanze und Licht« und »Drache und Diamant«.

Jetzt ist Band 3 der Alben-Serie mit dem Titel „Drachenfriedhof“ erschienen. Wer sich über das Fehlen der Namen Gotta und Schulz im Album wundern sollte: das Album wurde aus zeitlichen Gründen extern durch das Studio Digikore Design koloriert, das auch künftig diese Aufgabe übernehmen wird.

PPM: Wann entstand die Idee, neben Lizenzserien eine Comic-Eigenproduktion in das Splitter-Verlagsprogramm aufzunehmen?

Dirk Schulz: Die Idee ist (mindestens) so alt wie der Verlag. Da wir drei Verlagsinhaber – Delia, Horst und auch ich – bereits alle Comicveröffentlichungen hinter uns haben (sei es nun beim alten Splitter-Verlag, bei Carlsen oder Ehapa), lag der Wunsch nach einer Eigenproduktion von Anfang auf der Hand.

PPM: Als Story/Szenario wurde schließlich die WOLKENVOLK-Trilogie von Kai Meyer ausgewählt. Es sollte also eine Comic-Adaption eines bereits vorhandenen erfolgreichen Romanstoffs erfolgen. Gab es noch alternative Ideen oder viel die Wahl relativ schnell auf DAS WOLKENVOLK?

Dirk Schulz: Es gab gar keine Wahl im eigentlichen Sinne. Delia las gerade die Roman-Trilogie und war total begeistert. Sie meinte, das wäre ein fantastischer Stoff für eine Comic-Adaption – und sie hatte Recht! Also hab ich Kai angerufen und ihn gefragt, ob er Lust auf eine Zusammenarbeit mit uns hätte. So schnell werden manchmal die besten Entscheidungen getroffen.

PPM: Mit Band 3 habt ihr mit dem Wolkenvolk-Projekt sozusagen die Halbzeit erreicht. Mit dem Drachenfriedhof wird eine wichtige Etappe der Handlung erreicht. Was erwartet die Fans im neuen Band? Gibt es neue Figuren?

Horst Gotta: Der dritte Band steht in der Tradition der kontinuierlichen Weiterentwicklung. Vorrangig werden alle laufenden Handlungsstränge weiterverfolgt. Unsere Hauptfiguren sind  im Prinzip Reisende und ihre Reisen waren in den ersten zwei Bänden noch nicht zu Ende. Man wird also alle Protagonisten, wie Niccolo, Nugua, Mondkind, Feiqing sowie Li und Alessia wieder sehen. Aber jedem steht sein eigenes persönliches Schicksal bevor und es wird sich vieles in eben jeder persönlichen Situation ändern.

Und selbstverständlich kommen auch neue Geschöpfe (Freund und Feind) hinzu... so wie auch die landschaftlich reizvolle Umgebung des öfteren wechselt.

PPM: Über welches Bonusmaterial verfügt Band 3? Gibt es auch wieder einen Sekundärteil?

Horst Gotta: Der Sekundärteil ist diesmal etwas kürzer ausgefallen, aber ein paar Skizzen und der Extra-Kunstdruck sind selbstverständlich wieder dabei!

PPM: Wird es am Ende der Serie auch einen „Wolkenvolk“-Schuber geben?

Horst Gotta: Natürlich! Die Wolkenvolk-Trilogie hat bei uns einen hohen Stellenwert und das demonstriert sich am besten durch eine gute Begleit-Ausstattung.

PPM: Wann werden die Bände 4-6 ca. erscheinen?

Horst Gotta: Da wir bei der Wolkenvolk-Trilogie von Anfang an ein funktionierendes Team konstruieren konnten, liegt die Produktionszeit eines Albums bei ca. 10 Monaten. Das ist für 72 Seiten eine recht vernünftige Schlagzahl und mit ca. 2 Monaten Produktionszeit steht am Schluss einem Titel jährlich nichts im Wege.

PPM: Die ersten zwei Alben sind jetzt schon eine ganze Zeit am Markt. Wie wird die Serie von den Fans angenommen?

Horst Gotta: Die ersten zwei Alben reihen sich in unserem Albenprogramm im oberen Drittel ein. Der absolute Bestseller (mit gutem Abstand) ist unser „Schiffbrüchigen von Ythaq“, aber die Wolkenvolk-Trilogie tummelt sich gleich in der genannten Verfolger-Gruppe und vor allem ging unser neues Konzept, Klein- und Großformat gleichzeitig auf den Markt zu bringen, voll auf. Der Kunde hat die freie Wahl und nimmt diese neue Idee dankend an. Beide Formate verkaufen sich anscheinend auch an unterschiedliche Leser. Wir haben hier bewusst den frankobelgisch-orientierten Albenkäufer im Auge - aber auch den jungen Romanbuch-Leser - und hier natürlich speziell die Fans von Kai Meyer.

PPM: Hat das Wolkenvolk-Projekt bisher in produktionstechnischer Hinsicht eure Erwartungen erfüllt? Oder mussten unerwartete Probleme umschifft werden?

Horst Gotta: Die einzigen Probleme sind zeitliche Probleme. Ob wir selbst Hand anlegen oder „nur“ die Künstler und vermitteln – beides führt im Alltag zu deutlicher Mehrarbeit als bei klassischem Lizenzmaterial. Auf der anderen Seite haben wir aber auch insgesamt wenig klassisches Material, sondern bringen sehr viele Ausgaben mit Extras, restaurierten und erweiterten Seiten heraus, so dass das Wolkenvolk-Projekt uns nur den gewohnten Stress abverlangt!  :-)

PPM: Werden sich die Fans in Erlangen für eine Zeichnung in eines der Wolkenvolk-Alben in eine (hoffentlich vorhandene) Warteschlange einreihen können?

Horst Gotta: Definitiv ja! Yann Krehl und Ralf Schlüter werden fast durchweg vor Ort sein und kräftig die Stifte schwingen!  :-)

PPM: Sind weitere Eigenproduktionen bei Splitter im Schubfach?

Horst Gotta: Auch hier ein definitives Ja! Wir haben Geschmack an den bisherigen Eigenproduktionen gefunden und sehen keinen Grund, hier umzuschwenken. Es sind 3 Projekte in Planung bzw. auch schon in Arbeit. Nur der Faktor Zeit führt auch hier zu dem Umstand, dass wir die definitiven Ankündigungen noch etwas schieben müssen. Aber das, was kommt, wird ähnlich spektakulär, wie das, was schon draußen ist! Neue Talente, neue Namen und neue Ideen! Mal schauen, wo wir hier in ein paar Jahren sind!

Autor(en): Achim E. Stuehler

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