News  |  Meldung  |  Rezension  |  News Übersicht  |                                             |   Videos  |   Händlerinfos  |   Suche  
Meldung
27.07.2010

R.I.P.: Harvey Pekar (1939-2010)

Die Comicszene trauert um einen US-Autor

Die Comicszene trauert um einen US-Autor

Der Underground-Autor aus Cleveland wurde 70 Jahre alt. Am 12. Juli wurde Pekar tot aufgefunden. Die Todesursache ist nach Angaben von „The Cleveland Leader“ bisher noch ungeklärt.

Der Zeit seines Lebens in Cleveland lebende und arbeitende autobiografische Comicautor Harvey Pekar stand dem Tod schon einmal nahe. Wie in seiner Graphic Novel „Our Cancer Year“ geschildert, die er zusammen mit seiner Frau Joyce Brabner geschrieben hatte und die von Frank Stack gezeichnet wurde, konnte er den Krebs besiegen. Doch nun hat der Tod den Autor der Serie „American Splendor“ (Doubleday, 1986) doch noch eingeholt.


Durch seine Freundschaft mit dem Underground-Comix-Künstler Robert Crumb („Firtz the Cat“, „Crumbs Genesis“), mit dem er die Leidenschaft für Jazz-Schallplatten und seltene Comichefte teilte, kam er auf die Idee einen eigenen Comic zu machen. Das revolutionäre seinerzeit war, dass er das alltägliche, normale, banale Leben in die Welt der Comics holte. In „American Splendor“ machte er die Menschen aus seinem Leben und vor allem sich selbst zur Comicfigur. Crumb und später auch andere Zeichner wie Gary Dumm, Gerry Shamray, Spain Rodriguez, Joe Zabel oder Joe Sacco („Palästina“) lieferten für Pekar die passenden Bilder.


Der Erfolg von „American Splendor“ bescherte ihm in den späten 1980er Jahren auch einige Auftritte in der „David Letterman Show“. Die Serie wurde auch als Theaterstück adaptiert und 2009 gab Harvey in der Jazz Opera „Leave me alone“, für die er auch das Libretto schrieb, sein Debüt als Theaterspieler. Daneben rezensierte er auch Jazz-Platten und Bücher, wofür er auch Preise erhielt. Seine autobiografische Serie wurde 2003 von Robert Pulcini und Shari Springer Berman sogar verfilmt, mit Paul Giametti als Harvey und Hope Davis als Joyce. Harvey und Joyce traten als Interviewpartner selbst in dem Film auf und verarbeiteten ihre Erfahrungen mit dem Film in ihrem Buch „American Splendor: Our Movie Year“ (2004).


In den 2000er Jahren erschienen noch zahlreiche Bücher von und mit Pekar – beispielsweise bei DC/Vertigo „The Quitter“ (2005) und „American Splendor: Another Day“ (2007) und bei Ballantine Books „Best of American Splendor“ (2005), „Macedonia“ (2006) und „Ego & Hubris“ (2006). 1987 wurde Pekar mit dem American Book Award für „American Splendor“ und 1995 mit dem Harvey Award in der Kategorie „Best Graphic Album of Original Work“ für „Our Cancer Year“ ausgezeichnet. Viel zu früh ist der begnadete Autor nun von uns gegangen.

Quelle: http://www.clevelandleader.com/node/14171
Quelle Bild: http://www.clevelandleader.com/files/harveypekar.jpg

Autor(en): MB

Find PPM on Facebook
Follow PPM on Twitter
RSS Feed
Schon gesehen?
Die Kapuzinerschule 1
Die Kapuzinerschule 1
13,80EUR