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Meldung
23.11.2010

MOSAIK Comic-Magazin

35 Jahre Abrafaxe

35 Jahre Abrafaxe

Das „Licht der Welt“ erblickten die Abrafaxe im Herbst 1975 auf dem Rücktitel des DDR-Comic-Magazins MOSAIK. Zum Jahreswechsel 1975/76 begann in der MOSAIK-Ausgabe 1/76 die erste lange Geschichte mit den Helden (Auflage 705 000 Exemplare). Gleichzeitig erschien eine 30 000 Exemplare umfassende ungarische Ausgabe mit dem Titel „MOZAIKA“.

Die Abrafaxe sind die drei Freunde Abrax, Brabax und Califax. Nach dem beruflichen Ausstieg des eigentlichen MOSAIK-Schöpfers Hannes Hegen beauftragte der Verlag Junge Welt das MOSAIK-Team, neue Helden für das Magazin zu kreieren. Lothar Dräger, langjähriger Mitautor des seit 1955 bestehenden MOSAIK, entwickelte die Idee, künftig beliebte Spaßmacher wie den Harlekin in den Mittelpunkt der einzelnen Geschichten zu stellen. Als Nebenfiguren erfand er nach Maßgabe des Chefredakteurs drei neue Gnome, die den Namen Abrafaxe erhielten. Sie sollten vor allem pfiffig, abenteuerlustig und etwas geheimnisvoll sein. Von den verschiedenen Entwürfen der Figurenzeichner des MOSAIK kamen die Skizzen von Lona Rietschel am besten an. Die Abrafaxe entwickelten sich bei den Lesern jedoch schnell zu den beliebtesten Protagonisten und traten immer mehr in den Vordergrund.

Inzwischen ziehen die Abrafaxe nun schon viele Jahre durch die Welt, immer auf der Suche nach neuen Abenteuern, die man jeden Monat im MOSAIK, der auflagenstärksten in Deutschland gefertigten Comic-Zeitschrift, miterleben kann. In regelmäßigen Abständen gelingt es ihnen, zwischen den Zeiten zu wechseln. Ihre Zeitreisen bringen sie in alle spannenden Epochen der Weltgeschichte.

So treffen Abrax, Brabax und Califax zum Beispiel in Spanien auf Don Quixote und Sancho Pansa und gelangen im Himalaya in die Gewalt eines Yeti. Sie lernen in China den berühmten Handelsreisenden Marco Polo kennen, geraten im Mittelalter in die Auseinandersetzungen zwischen Kaiser Barbarossa und Heinrich dem Löwen, machen im antiken Griechenland die Bekanntschaft von Sokrates und Perikles und treffen im alten Ägypten auf Königin Nofretete. Außerdem haben die Helden auch schon mit dem Freibeuter Sir Francis Drake die Weltmeere befahren und an einem Rennen rund um die Welt teilgenommen. Der Erfolg der Abrafaxe ist nicht nur auf die spannenden und lustigen Geschichten zurückzuführen, ihre Abenteuer geben auch authentische Einblicke in fremde Kulturen.

Bereits fünf Jahren nach ihrer „Geburt“ waren Abrax, Brabax und Califax in der DDR zu sehr bekannten und populären Comic-Helden geworden: Im Juli 1980 wurden die „Abenteuer mit den Abrafaxen“ mit großem Erfolg als Kinderrevue im Berliner Palast der Republik aufgeführt und für das Fernsehen aufgezeichnet. 1982 erschien das erste Abrafaxe-Buch mit dem Titel „Die Abrafaxe in Frankreich“.

Nach vielen spannenden Abenteuern mussten die Abrafaxe und ihre Macher im Jahre 1991 eine schwierige Zeit überstehen, denn der bisherige Verlag des MOSAIK, der Verlag Junge Welt, wurde von der Treuhandgesellschaft liquidiert. Doch Klaus D. Schleiter und Anne Hauser-Thiele gründeten den MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag und retteten so das MOSAIK-Magazin. 1992 erschienen die Abrafaxe erstmals in Russland in der Zeitschrift Ogonyok, um für die MOSAIKA-Hefte des Ogonyok-Verlages zu werben.  

Die Abenteuer der Abrafaxe erschienen auch in verschiedenen Zeitungen wie der Lausitzer Rundschau, der Schweriner Volkszeitung, dem Berliner Kurier und dem Magazin SUPER-ILLU. Begehrte Sammelobjekte waren die Tele-Lotto-Rubbellose des MDR mit Abrafaxe-Comic-Strips.

1997 erfolgte die Gründung der Abrafaxe-Trickfilm-AG, die im gleichen Jahr einen zweiminütigen Film-Versuch mit dem Titel "Die Abrafaxe und Graf Hetzel" produzierte. Dieser als „Pilot-Film“ für den ersten Abrafaxe-Kinofilm gedachte Beitrag wurde von fast allen deutschen TV-Sendern der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Jahr 1998 erschien neben dem 500. MOSAIK-Heft auch erstmals in einem modernen Zeichenstil eine neue, unregelmäßig erscheinende Comic-Heftreihe mit dem Titel „DIE ABRAFAXE".

1999 schrieben Jochen Senf und Peter Tiefenbrunner den Kinder-Kriminalroman "Der Fluch des Skarabäus", in dem die Abrafaxe einen schwierigen Fall im England des 19. Jahrhunderts aufklären. Außerdem erlebten die Abrafaxe im gleichen Jahr erstmals kurze abgeschlossene Abenteuer im Comic-Magazin ZACK, das ebenfalls im MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag erscheint.


Im September 2001 erschien der erste Kinofilm, "Die Abrafaxe ­ Unter schwarzer Flagge".
Lange mussten die Fans der Abrafaxe darauf warten, bis ihre Helden zu Kinostars wurden. Realisiert werden konnte das Projekt durch die von Anne Hauser-Thiele und Klaus D. Schleiter gegründete Abrafaxe-Trickfilm-AG. Diese schloss mit dem MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag einen Lizenzvertrag, der den Kino-Trickfilm ermöglichte. Abrafaxe Trickfilm konnte als Koproduzenten UNIVERSAL und Hahn Film gewinnen.

Im August 2004 gab die PIN AG, ein privater Postdienstleister, Briefmarken mit den Abrafaxen heraus. Es erschienen insgesamt fünf Marken und zwei Schmuckbögen mit den verschiedenen Werten für Postkarten und Briefe sowie ein Erstagsbrief mit Erstagsstempel.

Inzwischen gibt es von den Abrafaxen eine ganze Reihe von Publikationen und Merchandise-Produkten: Das monatliche MOSAIK-Magazin, die Abrafaxe-Alben-Ausgaben, Sonderbände, MOSAIK-Sammelbände (SC- und HC-Ausgaben), T-Shirts, Caps, Handtücher, Kissen, Uhren, Buchstützen, Trinkbecher und Teller, Hörspiele, DVD vom Kinofilm „Die Abrafaxe ­ Unter schwarzer Flagge“, Hörspiel-CDs, Kalender, fast alles für den Schulbedarf und vieles mehr.

Seit August 2008 gibt es einen Comic-Ableger des MOSAIK mit der Zielgruppe junge weibliche Fans: Die unglaublichen Abenteuer von Anna, Bella & Caramella. Die Heldinnen der Abenteuer sind die drei Mädchen Anna, Bella und Caramella. Erstmals zu sehen waren die Charaktere auf dem Backcover des MOSAIK 392. Die Kreativen hinter der Serie sind Szenarist Jens-Uwe Schubert, für die grafische Umsetzung ist das Kawaii Studio von Marieke Ferrari und Massimiliano Narciso zuständig. Wie die berühmten Vorbilder Abrax, Brabax & Califax, können auch Anna, Bella & Caramella durch die Zeit reisen.

Pünktlich zum Jubiläum erscheint das neue MOSAIK-Album „Blackbeards Schatz“, eine Piratengeschichte mit den Abrafaxen. Die Zeichnungen stammen von Ulf S. Graupner, die Geschichte von Jens U. Schubert. Die 32seitige Hauptgeschichte wurde im Jahr 2000 in der Zeitschrift SUPERillu vorveröffentlicht. Ergänzt wird die Piratenschatzgeschichte durch lustige Episoden aus Califax ewigem Kampf gegen den Maulwurf in seinem Garten.


Weitere Infos aus der Comic-Welt des MOSAIK gibt es auf der Verlagshomepage unter:

http://www.abrafaxe.com/mosaik/index.php?parent=1&sub=yes&idcat=1&lang=1

Autor(en): Achim E. Stuehler

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