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08.11.2011

Luzian Engelhardt 1

10 Fragen an Dirk Seliger und Jan Suski

Luzian Engelhardt 1 - 10 Fragen an Dirk Seliger und Jan Suski

Soeben ist beim Epsilon-Verlag eine weitere brandneue Eigenproduktion erschienen:

„Luzian Engelhardt 1 - Teuflisch gut drauf“. PPM stellte den Comic-Machern Dirk Seliger (Szenario) und Jan Suski (Zeichnungen) 10 Fragen rund um das Comic-Projekt.


PPM: Wie entstand die Idee für das Comic-Projekt „Luzian Engelhardt“?

Wir folgten einer spontanen Eingebung.


PPM: … und wie entstand die Verbindung zum Epsilon-Verlag?

Die entstand durch althergebrachtes Klinkenputzen und dank der großartigen Eigenschaft des EPSILON-Verlegers Mark O. Fischer, deutschen Eigenproduktionen offen gegenüberzustehen.


PPM: Seit wann seid ihr als zeichnende und schreibende Comic-Künstler tätig? Gab es schon vor dem aktuellen Werk Comic-Arbeiten oder ähnliches?

DS: Ich habe mich schon mein halbes Leben immer wieder als Comiczeichner und Cartoonist versucht und tue das immer noch, aber das Erzählen liegt mir offensichtlich mehr. Darum bin ich seit über zehn Jahren vor allem schriftstellerisch tätig. Neben vielen Artikeln für verschiedene Zeitschriften und Journale habe ich schon eine Reihe von Kinderbüchern veröffentlicht und einiges mehr. Außerdem liegt mir auch die (fränkische) Dialektforschung sehr am Herzen.

JS: Ursprünglich habe ich mich, nach meinem Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam Babelsberg, als Zeichentrickanimator beim DFF, der DEFA und verschiedenen kleineren Filmfirmen durchgeschlagen. Nach meinem Wechsel zur Printwerbung begann auch meine Arbeit an kleineren Werbecomic-Projekten (z. B. für Ferrero, GABA GmbH, Colgate etc.). Das hat sich dann kontinuierlich entwickelt und wird es hoffentlich weiterhin tun.


PPM: Dirk, wie lange hast du für das Szenario für den ersten Band gebraucht?
Gab es bestimmte Inspirationsquellen für den Text oder ist das Leben da draußen einfach verrückt genug?


DS: Im Nachhinein ist es schwer zu sagen, wie lange ich brauchte. Üblicherweise habe ich reichlich Ideen, die dann nur noch schriftlich und als Szenarium festgehalten werden müssen. Die Arbeit geht also recht zügig voran.
Inspirationsquellen im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Ich nutze zumeist einfach, was mir als Erstes in den Sinn kommt.

PPM: Du bist ein guter Beobachter des menschlichen Daseins und nimmst auf lustige Weise viele Alltagsdinge ironisch auf die Schippe. War der Comic so eine Art Reflektion deiner Erlebnisse?

DS: Kann man durchaus so sagen, ja. Aber nicht alles, was ich mir da so ausgedacht habe, fand auch Einzug in den Comic. Einiges haben wir aus Gründen der Political Correctness fallen gelassen. Insgesamt würde ich immer noch bekräftigen, was ich schon in einem Twopager für „Der lustige Digedon 5“ 2010 zum Ausdruck brachte: Das Leben ist ein Comic-Heft!


PPM: War für euch von Beginn an klar, den Comic in einem Funny-Zeichenstil umzusetzen? Ach ja: es gibt im Comic eine Spirou-Anspielung zu entdecken. Wer ist von euch der Spirou-Fan?

JS: Der Stil hat sich irgendwie ergeben, und Spirou-Fans sind wir alle beide.


PPM: Jan, gab es Zeichner aus dem Comic/Kunst-Bereich, die dich inspiriert haben?

JS: Natürlich gibt es Zeichner, die mich besonders faszinieren. Ich bin ein absoluter Verehrer der Kunst von Binet, Jean-Claude Fournier und natürlich dem wunderbaren Andre Franquin, um nur einige zu nennen.


PPM: Ohne zuviel zu verraten: Worum geht es im ersten Band von Luzian Engelhardt? Stellt doch bitte kurz die wichtigsten Figuren vor. Ist der Band 1 von der Handlung her in sich abgeschlossen? Wird es eine Fortsetzung geben?

Da gibt es zuallererst den Teufel, der unter seinem „bürgerlichen Namen“ Luzian Engelhardt agiert und eine Weiterbildungsreise auf die Erde unternimmt. Sein Begleiter ist Flatus, der Höllenfurz. Unterkunft finden die beiden in unserer Welt in dem Szenelokal „Zur Neige“, dessen Inhaber Friedwart Schneider kein anderer ist als der Tod persönlich. Zur gleichen Zeit übernimmt in der Hölle der Erzengel Gabriel die Geschäfte des Teufels. Ihm stehen die Ex-Jungfrau Maria hilfreich und der Höllenhund Sado als Aufpasser zur Seite. Die Handlung entwickelt sich episodenhaft aus dem Bestreben Luzians, so viel wie möglich auf der Erde zu unternehmen. Insofern sind noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgereizt, und selbst bereits Erlebtes lässt noch viele Fortsetzungsmöglichkeiten offen.


PPM: Wo kann man euch ggf. auf Promotion- und Signieraktionen treffen?

In der nächsten Zeit sind wir am 12.11. auf der 18. MOSAIK-Börse in Wolfen zu Gast, eventuell im März 2012 auf der Leipziger Buchmesse und auf jeden Fall am 09.06.2012 auf dem 15. Comic-Salon Erlangen.



PPM: Woran arbeitet ihr neben eurer Comic-Tätigkeit?

DS: Ich arbeite stets an mehreren Dingen gleichzeitig. Denn sollte ich mal irgendwo einen „Hänger“ haben, kann ich locker flockig mit etwas anderem weitermachen. Zurzeit sitze ich jedoch vor allem am Lektorat für Arbeiten, über die ich noch nichts verraten darf, und schreibe/zeichne an Szenarien, über die ich noch nichts verraten will. Gleichzeitig brüte ich aber auch an neuen Prosatexten, Artikeln für verschiedene Printmedien und Mundarttexten. Es gibt also viel zu tun.

JS: Oh, da gibt es Einiges. Hauptberuflich verdiene ich meine Brötchen als freischaffender Werbegrafiker, Illustrator und projektgebunden als Creativ Director für verschiedene Agenturen. Die Zeichnerei muss dann oftmals in die Abend- und Nachtstunden verlegt werden. Das ist für mich ohnehin die beste Zeit, denn dann stehen die Telefone still (es sei denn, der Herr Seliger greift zum Hörer) und ein konzentriertes Arbeiten ist möglich.


PPM: Vielen Dank für das Interview!



Eine Leseprobe gibt es hier:

http://www.ppm-vertrieb.de/leseprobe.php?products_id=5553&seite=1

von Michael Hüster
Stichwörter: Epsilon

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