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Meldung
19.01.2012

Kim Schmidt: Neue Local Heroes

Cartoons & neues Comiczeichenkurs - Workbook aus Dollerup

Cartoons & neues Comiczeichenkurs - Workbook aus Dollerup

Kim Schmidt (Jahrgang 1965) begann seine Laufbahn als Comicautor 1983 mit dem Antihelden Öde.

1988 erschien das erste Album mit dem Titel Öde Zeiten. Dem Erstling folgten inzwischen vier weitere Öde-Bände und die mittlerweile auf 13 Bände angewachsene tierische Cartoon-Serie Local Heroes. Zusammen mit dem Szenaristen Lutz Mathesdorf entstanden drei Bände der Reihe Unser Schumi, sowie ein Band von Leichenwäscher Karl. Für das Manga-Magazin Hiro von Dino entwickelte Kim zusammen mit Marc Hillefeld die gleichnamige Comic-Serie. Darüber hinaus ist er Urheber von Cartoon-Landkarten wie Hedwig-Holzbein, Freistatt Blayern, Hanslstadt Humbug und vielen anderen Publikationen. Zusammen mit dem Texter Patrick Wirbeleit schuf Kim 2004 eine Abenteuerstory um einen jugendlichen Comic-Helden namens Störtebeker.

Es folgte der Comiczeichenkurs und Comic Figuren Zeichnen bei Carlsen Comics. Ebenfalls mit Wirbeleit entstanden zwei Bände von „Kleiner Thor“. In den Cartoon-Bänden „Frogs-Märchenprinzen“ und „Küss mich, du Märchenprinz!“ schildert Kim seine Erfahrungen mit Fröschen.

Außerdem ist Kim viel im Kinderbuchbereich unterwegs. Seit 2005 illustriert Kim die Kinderbuchreihe „Die 3 Fragezeichen Kids“ und aktuell auch eine neue Serie namens „Rick“ (Coppenrath Verlag).

Darüber hinaus veranstaltet Kim ComicWorkshops für Kinder und Jugendliche und betreut Nachwuchszeichner in seinem Webforum unter www.comiczeichenkurs.de. Neben seiner Arbeit als Comic & Cartoonzeichner ist Kim außerdem als Werbegrafiker und Illustrator tätig.

Kim Schmidt lebt mit seiner Familie in Dollerup bei Flensburg in Schleswig-Holstein.

Neueste Werke von Kim sind der  13. Band der Cartoon - Serie „Local Heroes“ und „Kim’s Comiczeichenkurs Workbook“. PPM stellte Kim einige Fragen rund um sein kreatives Schaffen und seine zwei neuesten Werke.
 

PPM: Kim, wenn man deine ständig steigende und sehr vielseitige Produktionspalette so anschaut, fragt man sich, wie du das alles machst. Hast du keine Angst vor Rinderwahnsinn?  

Kim: Nee, nur vor der Deadline. Aber im Ernst: Ich brauch den Termindruck, dann bin ich am produktivsten. Sonst komme ich zu nichts. Gelegentlich wird es aber wirklich ein bisschen viel.

PPM: Viel Aufmerksamkeit haben deine beiden Comiczeichenbücher "Comiczeichenkurs“ und „Comicfiguren zeichnen“ bei Carlsen Comics erhalten. Wie bist du auf die Idee gekommen, diese zu entwickeln?

Kim: Ich gebe viele Comiczeichenworkshops, hauptsächlich für Kinder und Jugendliche. Die Idee zu den Lehrbüchern lag da irgendwann nahe. Mit den Büchern können die Nachwuchszeichner auch nach dem Workshop weiterarbeiten und noch mal nachlesen.  Mir war es aber wichtig, nicht nur ein ödes Lehrbuch zu machen, man sollte das Ganze auch nur so zur Unterhaltung lesen können. Ich habe die Bücher deshalb um eine Reihe von Comicstories, Anekdoten und einem Interviewteil ergänzt.

PPM: Nun hast du mit „Kim’s Comiczeichenkurs Workbook“ einen dritten Band herausgegeben …

Kim: „Kim’s Comiczeichenkurs Workbook“ ist, im Gegensatz zu den beiden bisherigen Büchern, ein Arbeitsbuch, ein Buch nicht nur zum Lesen, sondern zum Mitmachen und Spaßhaben. Und das Beste: Was sonst als unfein gilt, ist hier unbedingt erwünscht! Hier darf und soll nämlich gerne direkt ins Buch gemalt und gezeichnet werden. Eins ist ja mal klar, den wenigsten ist es vergönnt, bereits im Säuglingsalter einen „Asterix“ oder „Tim und Struppi“ aus dem Ärmel zu schütteln, die meisten müssen üben, üben und nochmals üben.
Und genau hier soll das neue Buch ansetzen. In dem Workbook findet man jede Menge praktische Übungen rund ums Comiczeichnen. In den einzelnen Lektionen geht es um das Zeichnen von Figuren und Räumen, um Szenerie und Perspektive, Entwurf und Aufbau einer Comicseite, die Farbgebung und die Ideenfindung. Und damit das Ganze nicht zu stressig wird, gibt es zwischendurch viele Cartoons und Comics zum Pausemachen und Ablachen.

PPM: Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Comiczeichenkursforum (ICOM Preis 2006) für das Internet zu entwickeln?

Kim: Wiederum über meine Arbeit als Workshopleiter. Ich wollte den Zeichnern die Möglichkeit geben, auch über den Workshop hinaus mit mir in Kontakt zu bleiben und suchte etwas, um ähnlich lautende Fragen nicht  immer wieder umständlich von email zu email, sondern für alle zu beantworten. Im Internet stieß ich dann irgendwann auf das Forum eines US-Zeichners und wusste: Das isses! So was brauchst Du auch! Aber das Forum ist natürlich weit mehr als nur ein Kommunikationsmittel zwischen den Zeichnern und mir.

PPM: Welche Möglichkeiten bieten sich dem User in deinem Webforum www.comiczeichenkurs.de ?

Kim: Es funktioniert wie jedes andere Forum auch: Gleichgesinnte treffen sich, knüpfen Kontakte, präsentieren ihre Werke und tauschen sich aus. Darüber hinaus findet man im Forum technische Hilfen rund ums Zeichnen, es gibt Wettbewerbe, Zeichenübungen und unter der Rubrik „gueststars“ stellt sich ab und an der eine oder andere Profizeichner den Fragen der Mitglieder. Unter anderem waren bereits Joscha Sauer, Ralph Ruthe, Jeff Gold und Flix dabei, aber auch Autoren und Comiclektoren. Das Forum ist nach wie vor für alle kostenlos und werbefrei, das ist mir sehr wichtig.

PPM: Frogs entstand zunächst als www-Projekt. Inzwischen sind mit „Frogs-Märchenprinzen“ und „Küss mich, du Märchenprinz!“ zwei Sammelbände bei Carlsen erschienen. Woher kommt deine Begeisterung für die Gattung Frosch?  

Kim: Da ich direkt am Dorfteich wohne, konnte ich jede Menge Feldstudien betreiben. Die Frösche waren ursprünglich nur Randfiguren in meiner anderen Cartoonserie „Local Heroes“. Später tauchten die dann im ersten Comiczeichenbuch auf und haben sich dann irgendwie verselbständigt, zunächst im Internet. Mittlerweile laufen die in einigen Zeitschriften und Zeitungen, was wieder neue deadlines bedeutet – geil!

PPM: Wie entstand das Projekt „Kleiner Thor“ und wie bist du zu Tokyopop gekommen?  

Kim: Ich stehe auf die norddeutsche Thematik und da lagen die Wikinger einfach auf der Hand. Die wohnten hier ja sozusagen vor der Haustür – die damalige Weltstadt Haithabu liegt nur ca. 20 km von meinem Wohnort entfernt. Ursprünglich hatte ich die Idee zu einem Kinderbuch mit einem fiesen, schlechtgelaunten Wikingerjungen als Hauptfigur. Für eine Tour auf die Leipziger Buchmesse hatte ich ein paar grobe Skizzen entworfen und wollte die bei den Verlagen rumzeigen. Patrick Wirbeleit, mit dem ich in Leipzig unterwegs war, fand die Entwürfe so gut, dass er sich dazu gerne eine Story ausdenken wollte, was er dann auch tat. Ein entsprechendes Exposé haben wir dann Tokyopop angeboten. Die Story ist mit den 2 erschienen Bänden abgeschlossen.


PPM: Wie bist du eigentlich auf die „Local Heroes“ – Cartoons gekommen?


Kim: Als ich eines Tages feststellte, dass 85% der Bevölkerung Schleswig-Holsteins Tiere sind, stand für mich fest: „Entweder auswandern oder ich mache die Viecher zu Helden einer Cartoon-Serie!“ Der Rest ist Geschichte: Ich blieb und so entstand 1997 der erste Band der Serie „Local Heroes“ mit dem Titel „Mäh!“.


PPM: In deinem neuesten 13. Local – Heroes – Cartoonband widmest du dich u.a. den Themen Internet und Social Networks. Erzähl mal!  


Kim: Das Thema drängte sich geradezu auf. Aber mal im Ernst: Die moderne Landwirtschaft weiß: Sie muss dem Nutzvieh einiges bieten, um dessen Leistungsbereitschaft in immer weitere Höhen zu treiben. Gute Stallbelüftung, Schubberstange und Wärmelampen reichen da schon lange nicht mehr aus – ohne digitale Grundversorgung im Stall läuft heutzutage nichts mehr.
Heute drückt jede Sau den „Gefällt mir“ - Button,  Hühner twittern jedes ungelegte Ei hinaus in die Weiten des Web, im Melkstand gehören iPod-Schnittstelle und Facebook-Account zum Standard. Und draußen im Land der Horizonte wachsen  Biogastürme,  Maismauern und Sillageberge und auf den Dächern glitzert die Photovoltaik wunderbar: Unsere Landwirtschaft ist im Wandel. 

PPM:  Kim, vielen Dank für die Infos rund um deine Werke und die neuesten Publikationen!

 

Autor(en): Michael Hüster

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