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23.04.2014

DIE ZWERGE ist große Unterhaltung

Szenarist Yann Krehl und Zeichner Che Rossié adaptieren Markus Heitz’ Fantasy-Roman in vier Comic-Alben

DIE ZWERGE ist große Unterhaltung - Szenarist Yann Krehl und Zeichner Che Rossié adaptieren Markus Heitz’ Fantasy-Roman in vier Comic-Alben

Markus Heitz’ im Jahr 2003 veröffentlichter Roman DIE ZWERGE (dem bis 2008 noch drei weitere Zwerge-Werke folgten) zählt zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Romanen und befand sich über Monate auf den Belletristik-Bestsellerlisten.

Für Heitz selbst markierte die Veröffentlichung den endgültigen Durchbruch als Autor. Es folgten Hörbuch-Adaptionen und spektakulär inszenierte Lesungen, die einem aufwändigen Theaterstück glichen.
Konzipiert als vierbändige Reihe (die nach Abschluss zudem um eine Gesamtausgabe im Graphic Novel-Format ergänzt werden soll) beginnt nun beim Splitter Verlag die nächste mediale Übersetzung des ersten Buchs: Der spektakuläre Überlebenskampf der Zwerge, deren Land von gleich drei gewaltigen Kräften bedroht wird – den Trollen, den Ogern und den Orks –, hält nun auch im Comic Einzug.
In Zusammenarbeit mit Szenarist Yann Krehl (Das Wolkenvolk, Frostfeuer) wird Zeichner Che Rossié den Roman in vier Alben adaptieren. Ein atemberaubendes Comic-Debut des bislang hauptsächlich im Rollenspiel-Segment tätigen Mönchen¬glad¬bachers.

Das Interview führte Michael Hüster im Dezember 2013.

Wie entstand die Idee, DIE ZWERGE für den Comic zu adaptieren?

Che: Der Splitter Verlag hat mit Markus Heitz über die Adaption seiner Werke gesprochen und Markus, der einige meiner Arbeiten kannte, hat mich als Zeichner vorgeschlagen. Sie haben mich dann angesprochen, ob ich eines von Markus Büchern als Comic umsetzen will und wir haben uns dann für DIE ZWERGE entschieden. Da ich mich lieber erst einmal nur aufs Zeichnen konzentrieren wollte, haben wir dann noch Yann für das Script ins Boot geholt.

Yann: Ich wurde in das Projekt miteinbezogen, als Dirk Schulz vom Splitter-Verlag bei mir anfragte, ob ich mir vorstellen könnte, die Adaption von DIE ZWERGE als Szenarist zu unterstützen.

Ohne zuviel zu verraten: worum geht es in Band 1 von DIE ZWERGE?

Che: Der gutherzige Zwerge Tungdil, der unter Menschen aufgewachsen ist, wird zur Strafe auf einen Botengang für einen Magier geschickt, der sich sehr schnell zu einer schicksalsträchtigen Odyssee entwickelt. Man erfährt von den Plänen des Großkönigs der Zwerge und seinem Berater und ihren Gegenspielern sowie dem Schicksal der Magi.

Die wichtigsten Protagonisten sind?

Che: Gundrabur der Großkönig der Zwerge & Balendilín sein Berater, Die Magi Lot-Ionan & Nudin, und natürlich Tungdil.

Yann: Zumindest zwei ihrer Gegenspieler sollte man an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen: Gandogar, den vom Hass auf die Elfen geblendeten zukünftigen Hochkönig der Zwerge, und seinen verschlagenen Mentor Bislipur. Der Trostpreis für die wichtigste Nebenrolle geht an jede Menge Orks, die die Auszeichnung leider nicht mehr persönlich entgegennehmen können.

Der ZWERGE-Comic hat eine gewisse Herr der Ringe – Optik …

Che: Wer der Herr der Ringe mag, wird hier sicher voll auf seine Kosten kommen. DIE ZWERGE hat alles was eine gute Fantasy-Geschichte ausmacht. Was die Optik angeht, so könnte man aber genauso gut sagen, sie habe eine gewisse Record of Lodoss War-, oder Hulk-Optik. Der Herr der Ringe ist ja außerdem in erster Linie ein Roman, da gibt es keine Optik außer der eigenen Vorstellungskraft.
Was Hollywood so treibt, interessiert mich heute kaum noch, weder die Filme zu Tolkiens Werken noch die Filmadaptionen zu den Comics von Marvel, DC, etc. Ich wurde damals überredet, den ersten Teil von H.d.R. anzusehen und was danach kam, hat mich nicht weiter gejuckt. Ich gehe auch nicht ins Kino, wenn ich nicht eingeladen oder genötigt werde.

Grundsätzlich schaue ich nur selten Filme und wenn, dann fast ausschließlich asiatische Produktionen, da ich einen besseren Draht zu dieser Kultur habe. Man darf auch nicht vergessen, dass für Produktionen wie H.d.R. Erfahrung, Ideen und Kreativität aus Jahrzehnten und aus allen Teilen der Welt eingekauft und gebündelt wurden.
Schwebende Inseln gibt es auch nicht erst seit Avatar. Ich habe Bilder aus einem Comic aus den 1950ern gesehen, in denen es fliegende Inseln gibt – ich glaube es war ein französischer Künstler. Titanen, die Städte auf ihrem Körper herumtragen, habe ich auch schon in Amon Saga aus den 1980ern gesehen. Hollywood erfindet das Rad nicht mehr neu, sie machen es bestenfalls größer, lauter und mit Militär. Es handelt sich also eher um eine Angelegenheit von Aufmerksamkeit und Wahrnehmung.

Yann: Dank Elfen (bzw. Albae), Zwergen, Orks und der epischen Fantasy-Geschichte ist das wohl zwangsläufig der Fall. Aber im Vergleich mit diesen Zwergen wirkt Gimli beinahe ein wenig zurückhaltend, und DIE ZWERGE hat einige Dinge zu bieten, die man sowohl in Tolkiens Klassiker als auch in Peter Jacksons Verfilmung nicht zu sehen bekommt...

Gab es Inspirationen für den Zeichenstil durch andere Künstler?

Che: Nicht direkt. Ich zeichne immer so, wie ich es für richtig halte und so gut ich es unter den gegebenen Umständen kann. Ich glaube, ein eigener Stil wird sich dann von selbst herauskristallisieren. Aber einige Comiczeichner, die mich schon immer beeindruckt haben, sind Akio Tanaka, Masamune Shirow, Dale Keown, Akihiro Yamada, Sei Itoh, Stephen Platt, David Finch, Tsutomu Nihei und Inoue Takehiko, um nur einige Namen zu nennen.

Wie wurde das Design der in „Die Zwerge“ agierenden Figuren entwickelt?

Che: Markus hatte für bestimmte Figuren sehr konkrete Vorstellungen und hat mir das auch mitgeteilt. Er hat unter anderem auf Bilder und Personen verwiesen, an denen ich mich orientieren konnte beziehungsweise sollte. Ich wollte keinen freundlichen „cartoonigen“ Look mit verkürzten Gliedmaßen, riesigen Füßen oder dicken runden Nasen, sondern eine Art robustere kleine Menschen mit einem gewissen Handlungs- und Bewegungspotenzial bei Action- und Kampfszenen, und diesbezüglich waren wir alle der gleichen Ansicht.

Der erste Roman wird in vier Comicalben adaptiert. Markus hat bisher vier Romane zu Papier gebracht. Ist zumindest locker darüber nachgedacht worden, neben „Die Zwerge“ auch die drei weiteren Romane „Der Krieg der Zwerge“, „Die Rache der Zwerge“ und „Das Schicksal der Zwerge“ zu adaptieren? Wäre fast schon eine Lebensaufgabe…

Che: Es kann sein, dass Yann und ich noch die eine oder andere Geschichte von Markus Heitz als Comic umsetzen, vielleicht kommt aber auch noch was von anderen Autoren dazu. Wir haben damals nicht nur über die Adaption von DIE ZWERGE nachgedacht, uns aber schließlich für die kleinen bärtigen Axtschwinger entschieden. Da ich auch ein großer Fan der Albae bin, könnte ich mir auch eine etwas düsterere Zukunft in meiner Funktion als Comiczeichner vorstellen. Aber das werden wir dann mal sehen. Derzeit will ich mich auch nicht festlegen. Erst einmal gibt es für mich noch viel zu lernen und viel zu verbessern, und dann ist auch noch ein gutes Stück des Weges zu gehen, bis dieses Projekt abgeschlossen sein wird. Momentan konzentriere und freue ich mich nur auf den zweiten Band.

Vielen Dank für das Interview!  

Che: Danke für das Interesse!

Das komplette Interview gibt es in ZACK 178.

von Michael Hüster
Stichwörter: Splitter

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