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09.09.2015

Verlag Sackmann und Hörndl

1985-2015: 30 Jahre comicplus+

Verlag Sackmann und Hörndl - 1985-2015: 30 Jahre comicplus+

Im Juli 1985 vereinbarten Peter Hörndl und Eckart Sackmann, gemeinsam einen Verlag zu gründen. Mit fast 400 Alben und Büchern, mit Serien wie „Anna Stein“, „Umpah-Pah“ und „Zehn Gebote“, mit Zeitschriften wie RRAAH! und comics info, mit Sekundärtiteln wie dem „Mecki“-Buch und der Reihe „Deutsche Comicforschung“ bestimmt comicplus+ seither das Comicgeschehen im Lande mit.

Als erstes Buch des Verlags Sackmann und Hörndl kam 1985 „Huba Huba. Das Marsupilamibuch" von Andreas Mietzsch heraus. Das Label comicplus+ gab es da schon – damals noch als Verlag Eckart Sackmann, in dem 1984 das Katalogbuch „Mecki. Maskottchen und Mythos“ und ein Plakat von Chris Scheuer zum 1. Erlanger Comic-Salon erschienen waren. Das erste Comicalbum des neuen Verlags war im Gründungsjahr "Wenn Baby schreit“  aus der Serie „Mausi und Paul" von André Franquin.

Das Programm von comicplus+ wuchs im Laufe der Jahre beständig: von zwei Titeln im ersten Jahr auf sechs, auf zwölf und schließlich auf zwanzig Titel (1989/90). Das Angebot bestand zunächst aus einer Mischung von Kinder- und Erwachsenencomics von bekannten Zeichnern wie Franquin, Roba, Uderzo, Hubinon und Tillieux. Nachdem der Markt für Kindercomics in den 90er Jahren schrumpfte, suchten sich Sackmann und Hörndl eine Nische im Segment der gehobenen Unterhaltung für Erwachsene, mit Schwerpunkten auf den Genres Abenteuer, Historie und Thriller.

Unter dem Imprint Luxor kamen eine zeitlang auch erotische Comics ins Angebot, unter anderem von Loisel und Don Lawrence. Ein weiterer Ableger mit dem Namen comicplus+ contura startete im Jahr 2000 mit anspruchsvollen Titeln wie "Viriconium" von Jüdt/Harrison und "Die Geschichte von einer bösen Ratte" von Bryan Talbot. Letzterer Band war quasi eine "Graphic Novel", zu einer Zeit, als es dieses Label noch gar nicht gab.
 
Von 1987 bis 2001 widmeten sich die Verleger zusätzlich der Herausgabe des Fachmagazins RRAAH!, gefolgt von comics & mehr (2001 bis 2005) und anschließend dem comics info, das bis heute in hoher Auflage als Gratismagazin über den Fachhandel verteilt wird.

Seit 2004 erscheint mit einem Band pro Jahr die reich illustrierte Buchreihe "Deutsche Comicforschung", mit der der Herausgeber Eckart Sackmann das Standardwerk zur wissenschaftlichen Erforschung der deutschsprachigen Comicliteratur vorgelegt hat.

Vor fünf Jahren feierte der Verlag das 25jährige Jubiläum in Erlangen mit einer riesigen Torte und dem Rückblick "Die Comics mit dem großen Plus+". Inhaltlich hat sich der Katalog seitdem nur wenig gewandelt. Immer noch ist der Verlag, der seit einem Jahr in Leipzig ansässig ist, den frankobelgischen Comics treu, deren „moderne Klassiker“ von comicplus+ seit zwei Jahren in aufwendigen Gesamtausgaben neu aufgelegt werden.

Einen großen Erfolg hatte der Verlag in jüngerer Zeit mit Buchausgaben der "Winnetou"-Comics von Helmut Nickel und Juan Arranz, die sich äußerlich den Büchern des Karl-May-Verlags anglichen.

Nicht jedem Trend folgen, aber immer mit der Zeit gehen – mit diesem Motto steht comicplus+ an seinem 30. gut da. Spaß (und Arbeit) hat es gemacht – darin sind sich Sackmann und Hörndl einig. Wie lange die beiden Verleger ihren Job noch verfolgen wollen, kommt jetzt natürlich häufiger zur Sprache. Fünf Jahre, zehn? Die Leser und Fans hoffen, dass es mit comicplus+ noch eine ganze Weile weitergeht, ganz besonders, nachdem der Verlag den Comics mit seinen selbst produzierten Gesamtausgaben in Buchform gerade eine neue Qualität gegeben hat.


Die Gesamtausgaben:


Die Alben-Serien (Auswahl):


Besondere Publikationen (Auswahl):


Alle lieferbaren comicplus+ Comics bei PPM
 

von Michael Hüster
Stichwörter: comicplus+

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