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05.02.2016

Schreiber & Leser

Hera zum Ruhm

Schreiber & Leser - Hera zum Ruhm

Der gottgezeugte und bärenstarke Alkest zieht los gen Mykene, um sich in jener Stadt seinen Thron zu erobern, den sein Vetter Eurysthenes unrechtmäßig inne hat. Auf dem Trip stößt er auf einen streitlustigen Zentaur und in einem Zweikampf besiegt er ihn.

Hera, Göttergattin von Zeus, ist eifersüchtig auf diesen unehelichen Sohn Alkest, den ihr Angetrauter mit der Sterblichen Alkmene zeugte, und trachtet danach, ihm übel mitzuspielen. Alkest's  Zwillingsbruder Iphikles, der die selbe Mutter, aber nur einen menschlichen Vater hat, möchte ihn zurückholen in den Schoß der Familie und reist ihm nach. Nicht ganz so so verzwickt wie diese Familienverhältnisse geht dieses Drama im Folgenden weiter: Alkest trifft auf den bösen Pan mit seinen Satyrn, auf eine gefährliche Seeschlange und auf ein dralles Weibsbild. Doch er übersteht all das unbeschadet! Und eines Tages steht er vor den Toren Mykenes. Zunächst nur mit dem Zentaur Agrios, mit dem er sich zwischenzeitlich angefreundet hat, stellt er sich der Übermacht von Eurysthenes.

Doch ein rachsüchtiges Eingreifen von Hera lässt ihn dem Wahnsinn verfallen...
In der griechischen Mythologie, der dieses Abenteuer in Grundzügen entlehnt ist, ist der Weg in die Tragödie zwangsläufig. Doch der Szenarist Serge Le Tendre pflastert diese Odysse mit viel Humor und komödiantischen Einlagen. Manchmal schimmert vor allem bei Prügeleien und Schlachten ein wenig das bekannte Spiel „Römer verdreschen“ durch, nur, dass hier Griechen Veilchen und Beulen davon tragen! Auch der Klassiker „Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit“ ist hie und da Inspiration aus eigener Quelle für Le Tendre!

Die Zeichnungen von Christian Rossi sind ebenso fantasievoll und in weiten Teilen üppig dargestellt, wie in jenem Meilenstein der 9. Kunst. In seinem semi-realistischen Stil sind sie hervorragend für diese Story geeignet. Denn im Grunde ist „Hera zum Ruhm“ nichts anderes, als ein Fantasy-Abenteuer. Griechisch anmutende Gesichter mit dem typischen Profil, wie es sich gehört, passende Farbgebung und trefflich karikierte Figuren aus jenem Sagenkreis runden das stimmige Bild ab. Dazu gehören eben auch einige beiläufig eingefügte erotische Szenen.
Im Anhang findet der Leser noch 24 Seiten Skizzen und kurze, kluge Kommentare der beiden Künstler. Der Comicanteil ist 96 Seiten lang.

Hera zum Ruhm
Text: Le Tendre, Zeichnungen: Rossi
120 Seiten
Schreiber und Leser

von Rolf Pressburger

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