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25.01.2016

Bambule am Boul’ Mich’

Starke Comic-Adaption eines Malet-Krimis bei Schreiber & Leser von Nicolas Barral

Bambule am Boul’ Mich’ - Starke Comic-Adaption eines Malet-Krimis bei Schreiber & Leser von Nicolas Barral

Im neuen Nestor Burma-Krimi ermittelt der Detektiv im studentischen Milieu im 5. Arrondissement. Quai Saint-Bernard, gegenüber der Wein-Markthalle. Eine mondlose Novembernacht.

Paul Leverrier, 20 Jahre alt, Student der Medizin, stellt sein Auto ab und ballert sich eine Kugel in den Kopf. Die Geschichte war vier Wochen her und hatte lange die Klatschspalten der Zeitungen gefüllt.
Der Selbstmord ihres Freundes lässt der hübschen Studentin der Schauspielkunst, Jacqueline Carrier, keine Ruhe. Sie kann sich mit dem Autopsieergebnis Selbstmord nicht abfinden und glaubt an Mord. Also macht sie sich auf, um Nestor Burma aufzusuchen, der in dem Fall ermitteln soll. Doch bereits nach den ersten Ermittlungen glaubt auch Nestor an die Selbstmordthese und will eigentlich nur noch ein wenig zum Schein ermitteln, damit die junge Frau über den Tod ihres Freundes hinweg kommt. Das Honorar will Nestor anschließend natürlich zurückerstatten.

Doch dann nimmt die Story plötzlich rasant an Fahrt auf. Zunächst wird ein ungebetener Eindringling in Jacquelines Wohnung niedergeschlagen und als Burma einen Zeugen befragen will, gibt es überraschend die Leichen 2 und 3. Später wird auch noch der zerstückelte Leichnam eines Polizeiinspektors zu Leiche Nr. 4. Und Burma steht kurz davor, Leiche Nr. 5 zu werden. Diese folgt jedoch nur wenig später. Fragen über Fragen. Was hat ein Buch mit dem ganzen Fall zu tun? Oder der Vater des Selbstmörders? Und dann gibt es auch noch eine Abtreibung mit Folgen...
Delikat: als sich Nestor mit seiner Auftraggeberin Jacqueline Carrier zu einem Informationsaustausch treffen will, lernt er diese überraschend auch noch splitternackt kennen, denn die junge Dame geht in einem Cabaret dem Job einer Stripperin nach, um sich Geld für das Studium zu verdienen. Burmas Interesse an Jacquelines Formen ist natürlich rein dienstlich…
Inzwischen habe ich ja schon so einige Nestor Burma – Krimis gelesen. Bambule am Boul’ Mich’ ist einer der besten Fälle. Nein. Es ist ganz klar der bisher beste Fall. Warum? Der Fall ist unglaublich stark strukturiert, sehr spannend und das Ende nicht vorhersehbar.

Diverse Krimis aus der Feder von Leo Malet wurden bekanntlich durch Jacques Tardi adaptiert. Da jedoch seit mehreren Jahren keine neuen Adaptionen durch Tardi mehr erfolgt sind, fand sich nach Emmanuel Moynot mit Nicolas Barral erneut ein würdiger Nachfolger, der nun die Nestor-Burma-Krimis für den Comic adaptiert. Mit den Figuren nach Tardi.
Barral hat mich als Zeichner der Serie erneut positiv überzeugen können. Die Protagonisten, deren Kleidung, Locations und Fahrzeuge sind sehr gelungen dargestellt. Da passt einfach alles zusammen.

Nestor Burma – Bambule am Boul’ Mich’
Autoren: Malet / Barral
HC, 96 Seiten, farbig
Schreiber & Leser, 19,80 Euro

von Michael Hüster
Stichwörter: Schreiber & Leser

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