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06.06.2016

Salleck

Das Teleskop

Salleck - Das Teleskop

Jean Van Hamme ist dafür bekannt, sehr spannende Szenarien für allerlei Geschichten zu schreiben, darunter Krimis und Fantasy. Doch er zeigt hier auch mal sein Talent für Humor in dieser wendungsreichen Kriminalkomödie.

Fünf alte Herren, allesamt alleinstehend, mit den unterschiedlichsten Charakteren und Berufen haben eine gemeinsame Leidenschaft. Sie beobachten mittels Teleskop eine hübsche Lady durch die Fenster. Eines Tages taucht einer davon unvermittelt mit ihr im Arm im Kreis seiner Freunde auf. Allen Fünfen macht sie das Angebot, ihre Freunde und Liebhaber zu sein, da sie erst kurz zuvor von ihrem Mäzen „Kuschelbärchen“ Abschied nehmen musste! So entwickelt sich zunächst eine amüsante „Sechserbeziehung“, mit mancherlei erotischen Unverfänglichkeiten und Episödchen voller Romantik. Die Herren plündern ihre finanziellen Reserven und darüber hinaus. Scheinbar meint es die Hübsche mit Namen Jo ehrlich, denn sie bietet den Verliebten eine Möglichkeit an Geld zu kommen! Ihr Verflossener ist ein übler Grundstücksspekulant, sie hat einige Geschäftsgeheimnisse von ihm aufgeschnappt. Nun erzählt sie den fünf Freunden als Abschiedsgeschenk davon, denn sie will sich zurückziehen und wieder kommen, wenn sie genügend Geld haben, um sie anständig zu unterhalten. Also machen sich älteren Herren daran, eine gaunerische Gegenoffensive zu starten um den Grundstückshai auszunehmen.

Doch kaum, dass sie den erhofften Erfolg damit hatten, scheint sich das Blatt gegen sie zu wenden. Ist an der Geschichte was faul? Werden nicht sie selbst aufs Kreuz gelegt?
Die Geschichte ist sehr amüsant, die Charaktere werden gut eingeführt und so manche Pointe ist sehr gelungen. Fettnäpfchen werden ausgelegt und der eine oder andere tappt hinein; die Polizei interessiert sich für das Quintett mit seinen Machenschaften. Einige Nebendarsteller bekommen spaßige Auftritte und eine Frage bleibt bis zum Schluss offen: Kommt Jo zurück?

Van Hamme schaffte es, ein lockeres Gaunerstück zu konzipieren, das mit null Prozent branchenüblicher Gewalt oder Schießereien trotzdem spannend und unvorhersehbar ist!
Was ein wenig süffisant beginnt, erzählt er blümerant weiter und lässt dann dem Geschehen viel Freiraum, sich zu entwickeln. Mit erzählerischer Raffinesse ausgestattet unterhält diese vielschichtige Story auf höchstem Niveau. Eine kleine Prise Erotik und Kaltschnäuzigkeit in vertrackten Situationen runden das Bild einer äußerst gelungenen Komödie ab. Abwechslungsreich und visuell überzeugend bringt Paul Teng die Geschichte in wunderschönen Zeichnungen zu Papier. Die Gesichter haben unterscheidbare Physiognomie, die wenigen nackten Momente sind sehr sexy dargestellt und die Farbe allgemein sowie die Farbenspiele in manchen Szenen sind ebenfalls sehenswert.

Das Teleskop

Text: Van Hamme, Zeichn: Teng
86 Seiten
Salleck
15,00 Euro

von Rolf Pressburger
Stichwörter: Salleck

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