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26.08.2016

Schlachten und Massaker für den „wahren“ Glauben

Xavier Dorison/Joel Parnotte: Der Waffenmeister

Schlachten und Massaker für den „wahren“ Glauben - Xavier Dorison/Joel Parnotte: Der Waffenmeister

Ab dem Jahr 1521 ging es in Europa um den „wahren“ Glauben, der zu einem erbitterten Bruderkrieg unter Christen führte.

In zahllosen Schlachten und Massakern, die nun folgten, sollte darüber entschieden werden, wer die Verkünder der einzigen geistigen Wahrheit sein werden – die Anhänger der Reform (aus denen später Protestanten oder Hugenotten hervorgingen) oder die katholischen Papisten – und demzufolge auch die weltliche Macht beanspruchen durfte.

Beide Seiten werden im vorliegenden abgeschlossenen Band DER WAFFENMEISTER von zwei Parteien repräsentiert. Auf der einen Seite stehen Graf Maleztraza und seine Schergen, die im Auftrag des katholischen Klerus unterwegs sind, um Gauvin de Brème und seinen Begleiter zu stellen um diese seinen Auftraggebern in der Sorbonne auszuliefern.

Gauvin ist auf dem Weg nach Genf, um dort das in die französische Sprache übersetzte Neue Testament drucken zu lassen. Das ist für die Katholiken natürlich undenkbar und muss unbedingt verhindert werden. Besser als Graf Maleztraza kann man es nicht auf den Punkt bringen, als er feststellt, dass die (katholische) Kirche nie zulassen würde, dass eine Bibel in der Sprache des Volkes gedruckt wird. Nie würde sie ihr Wissen und ihre Macht (die auf der Bibel beruht) mit dem Pöbel teilen.

Sehr schnell wird auch Hans Stalhoffer, ein ehemaliger Waffenmeister des Königs, in die Geschichte involviert, denn Gauvin hofft durch Stallhofer auf eine Gunst beim König. Das Szenario dieses Bandes wird vom blutigen Aufeinandertreffen der Kontrahenten bestimmt, bei dem nur eine Partei überleben kann…

Außerdem haben Maleztraza und Stalhofer noch eine Rechnung offen. Einst standen sie sich in einem Duell gegenüber, das Unentschieden endete. Beide treffen sich am Ende des Bandes zu einem finalen Duell um die Stellung des königlichen Waffenmeisters wieder. Nach unglaublichen 94 Seiten kann es nur einen Überleben geben…

Xavier Dorison und Joel Parnotte liefern mit ihrem Band „Der Waffenmeister“ eine sehr spannende und im wahrsten Sinne des Wortes mörderische Menschenjagd ab. Vor allem atmosphärisch ist „Der Waffenmeister“ eine ganz starke Leistung. Man spürt als Leser die unglaubliche Anspannung zwischen den Kontrahenten und die wilde Entschlossenheit auf beiden Seiten, den jeweils anderen zu vernichten. Spektakulär die grafischen Darstellungen im verschneiten Hochgebirge, als Hans darauf wartet, dass seine Verfolger ihm in eine vereiste Steilwand folgen. Geschickt nutzt er seinen Standortvorteil aus, was für seine angreifenden Gegner in einem Blutbad endet. Kurios: Stalhofer wird mehrfach eigentlich tödlich verletzt, erweist sich aber als Stehaufmännchen und überlebt jede noch so schwere Verletzung.

Aufgrund der sehr brutalen Darstellungen ist dieser Band m. E. nach erst ab 18 Jahren geeignet. Am Ende des Albums konnte ich eine locker 50 Liter umfassende großzügige Blutspende an die örtliche Blutbank weiterleiten…  :-)

Der Waffenmeister
von Xavier Dorison/Joel Parnotte
HC, farbig, 96 Seiten
Splitter Verlag, 19,80 €

von Michael Hüster
Stichwörter: Splitter

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Der Waffenmeister

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