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04.09.2017

Splitter

Die Adoption

Splitter - Die Adoption

Nach einem verheerenden Erdbeben in Peru wird die Waise Quinaya von einem französischen Paar adoptiert. Auch Oma und Opa werden zur Eingliederung und Erziehung des kleinen Mädchens mit eingespannt.

Opa ist anfänglich sehr missgelaunt, denn er ist nicht sehr amüsiert über seine neue Enkelin. Doch fast notgedrungen nimmt er sie zeitweise in seinem Haus auf und nimmt sie mit zu seinen Kumpels. Mit der Zeit  verlieben sich alle in die Kleine und auch Opa wäre es eines Tages ganz egal, würde sie ins Ehebett der beiden Großeltern pinkeln, denn nachgiebig und fürsorglich lässt er sie zwischen sich und seiner Frau schlafen als es draußen donnert. Und auch Quinaya fasst sehr schnell Zutrauen. Der griesgrämige Alte erfährt eine Milde in sich, die er so noch nicht an sich kannte; so dass auch sein Sohn, der Adoptivvater, plötzlich Zuneigungen seines alten Herrn erlebt, die in seiner Kindheit völlig fehlten. Am 75. Geburtstagsfest jedoch klingelt die Polizei an der Türe und verhaftet den neuen Papa von Quinaya wegen Kindesentführung …

Na so was – gibt es diese Geschichte nicht schon? Einmal in der englischen Version „Der kleine Lord“ oder noch bekannter, Stichwörter Alm-Öhi, Schweizer Berge und Ziegenpeter.
Nun ja, die Grundzüge haben ganz sicher Ähnlichkeiten. Und auch die heimelige, herzerwärmende Story ist in allen drei Versionen vorhanden. So ist „Die Adoption“ bis hierhin, bis zu Ende des ersten Bandes, durchaus vergleichbar. In amüsanten Episoden erzählt hier Zidrou vom unbeholfenen Charme eines kleinen Mädchens, von familiären Normalitäten und von schrulligen alten Knackern! Und das wirklich sehr unterhaltend mit kleinen Pointen, Missgeschicken und flapsigen Sprüchen! Die Zeichnungen von Arno Monin sind nicht sehr auffällig oder außergewöhnlich, aber durchaus schön anzuschauen. Sie sind angenehm in eher hellen Farbtönen koloriert, wie es diese heitere Erzählung eben verlangt.

Zidrou schrieb die Geschichte in einem gemächlichen Tempo, baute sie sorgfältig auf und gab den Charakteren eine Persönlichkeit. Auch wenn die Verwandlung vom eher distanzierten Großvater zum liebenswürdigen und interessierten Opi trivial sein mag – es ist bislang ja nur die Hälfte dieser auf zwei Bände angelegter Geschichte. Nachdem Quinaya wieder nach Peru zurückgeflogen wurde, machen sich natürlich alle Sorgen und stellen sich Fragen. Die dann wohl im nächsten Band beantwortet werden.


Die Adoption
Text: Zidrou, Zeichnungen: Arno Monin
72 Seiten
Splitter
16,80 Euro

von Rolf Pressburger
Stichwörter: Splitter

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