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15.01.2018

Gangster und korrupte Cops

Maggy Garrisson: Eine Serie von Stéphane Oiry (Zeichnungen) und Lewis Trondheim (Szenario)

Gangster und korrupte Cops - Maggy Garrisson: Eine Serie von Stéphane Oiry (Zeichnungen) und Lewis Trondheim (Szenario)

Leicht punkig, leicht übergewichtig, kaltschnäuzig und einfallsreich wie keine zweite, das ist Maggy.

Ein echtes Londoner East-End-Gewächs. Drei Tage vor Weihnachten hat sie endlich einen Job, leider bei einem Totalversager: Anthony Wight, Detektiv. Bald läuft ihr die Polizistin Sheena über den Weg, die eine ähnliche Lebenseinstellung hat. Zu zweit fordern die Frauen die Unterwelt heraus...
Nach dem Coup am Brighton Pier ist Maggy reich. Aber wer Geld hat, hat auch Sorgen: wohin mit dem Zaster, ohne dass jemand argwöhnisch wird? Wem kann man wirklich trauen? Die Freundin und Polizistin Sheena verhält sich höchst verdächtig.
Und wie aufrichtig ist Alex, Maggys Komplize und neuer Lover? Womit er seinen Lebensunterhalt verdient, erzählt er nicht so gern, schon gar nicht der Polizei…
Den größten Schreck jagt Maggy ihrem Alex ein, als sie wie nebenbei bemerkt: „Wir können unsere 15.000 Pfund aufheben, bis wir ein Baby haben.“ Dann lacht sie dreckig… …und als er sich schon entspannt, schiebt sie hinterher: „Übrigens, wie denkst du über Adoption?“ Ja, das Leben in Maggys Welt ist hart, voller Gewalt und Verrat, aber irgendwie verlässlich.
Die Gangster scharen sich nach wie vor um den Billardtisch, die Cops sind korrupt, der Mensch ist, wie er ist. Aber dann hat London auch seine eigene Form von Gemütlichkeit. Erst wenn es richtig nass und kalt ist, leuchtet der Pub am Wegesrand am hellsten. Doch nun der Schock: Maggys liebster Gastronom muss dem Gesetz des Marktes weichen und aufgeben. Wieder geht ein Stück Heimat den Bach runter…
Trondheims Szenario wird immer wieder mit den Filmen von Mike Leigh verglichen, die eine harte Fangemeinde haben. In Naked zum Beispiel streift dieser kaltschnäuzige, nervige Johnny nachts durch London, teilt unsinnige Tipps aus und lässt sich von anderen durchgeknallten Typen verdreschen. „Ich treffe in meinen Filmen keine moralischen Urteile, ich ziehe keine Schlüsse. Ich stelle Fragen, ich beunruhige den Zuschauer, ich mache ihm ein schlechtes Gewissen, lege Bomben, aber ich liefere keine Antworten. Ich weigere mich, Antworten zu geben, denn ich kenne die Antworten nicht“, sagt Mike Leigh im Interview.
Aussagen, die von unserer Maggy stammen könnten. Von der coolen, illusionslosen Maggy, die dabei von einer Geistesgegenwart ist, die ihresgleichen sucht.
Klingt spannend? Ist es auch! Einfach mal in die Serie reinschauen …

Maggy Garrisson gibt es bei Schreiber & Leser:

1. Lach doch mal, Maggy!
2. Der Mann in meinem Bett
3. So war das nicht gedacht (1/18)

von Michael Hüster
Stichwörter: Schreiber & Leser

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