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24.06.2019

Schreiber & Leser

Paris 2119

Schreiber & Leser - Paris 2119

Hier findet der Leser eine sowohl fantastische als in seiner Konsequenz auch erschreckende Vision einer nahen Zukunft in 100 Jahren vor!

Der Szenarist Zep, sicher vor allem bekannt durch seine humoristische Serie Titeuf, schrieb eine innovative Variante über die Fortbewegungsmöglichkeit in Bruchteilen von Sekunden, wie sie technische Innovation vielleicht eines Tages wahr macht, zumindest in der utopischen Literatur.

Tristan Keys ist ein junger Mann, ein Romantiker mit nostalgischen Vorlieben, fährt lieber mit der herunter gekommenen Metro, als mit ultramodernen Verkehrsmitteln. Obwohl es da nicht ungefährlich ist, denn damit reisen fast nur noch Außenseiter des futuristischen Paris von 2119. Zeitgemäß und üblich ist eigentlich der Transport mit Transcore, mit diesem Transponder geht es ruck zuck! Doch Eigenartiges geschieht in seiner Umgebung, das in einen Mord mündet, den er zufällig in einer dunklen Ecke der Stadt beobachtet. Was geht hier vor sich, fragt sich der forsche Tristan, der ein wenig so aussieht wie James Dean und ebenso dessen Outfit hat. Denn auch seine Freundin Chloè benimmt sich merkwürdig.
In einem Paris, das fast alles von seinem typischen Flair eingebüßt hat, in dem futuristisches Design mit den alten Gebäuden konkurriert, und das durch Fluggeräte allenthalben in den Lüften dominiert wird, ist das Unglaubliche und Schreckliche ein Teil der neuen, schönen Welt. Die neueste technische Errungenschaft, das Reisen ohne Abgase, im Grunde ein Vorteil für die Bürger, besitzt einen Pferdefuß! Und so gerät Tristan, der Rebell, natürlich unvermittelt auch in große Gefahr, als er dieser Sache auf den Grund gehen will.
Die Protagonisten, allen voran Tristan und seine Freundin, sind eher sparsam charakterisiert. Das Augenmerk des Autors gilt der zügigen Einführung in die Geschehnisse. Die Story ist spannend, doch das Ende ein unspektakulär. Wobei sowieso wenig Action zu sehen ist. Die Auflösung der geheimnisvollen Vorgänge rund um den „Beamer“, dem Transcore, einer kleinen Kabine mit Sitz, ist dafür umso erstaunlicher und ein Horror!

Die Zeichnungen sind routiniert und mit den notwendigen Details da, wo nötig, ausgestattet. Der blasse Farbton mit grau-rußiger Patina passt zur düsteren Geschichte und gibt dem Ganzen eine dystopische Note. 10 Seiten Bonusmaterial geben Einblick in das Schaffen und Hintergründe zu der Idee dieses Comics. Eine Empfehlung für Leser mit Interesse für Science Fiction Storys.

Paris 2119
Text: Zep, Zeichnungen: Bertrail
88 Seiten
schreiber und leser
19,80 Euro

von Rolf Pressburger
Stichwörter: Schreiber & Leser

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