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24.05.2019

Ein Gerhard Förster-Special aus SPRECHBLASE 240

Die John-Wayne-Comicserie

Ein Gerhard Förster-Special aus SPRECHBLASE 240 - Die John-Wayne-Comicserie

Wie auch andere Westernstars hatte John Wayne unter seinem Namen bei Toby Press eine eigene Comicreihe. Toby Press war der Verlag von Elliot A. Caplin, dem Bruder von Al Capp, Schöpfer von Li’l Abner.

Zuerst veröffentlichte Caplin die Comics seines Bruders, doch schon die zweite Serie war John Wayne Adventure Comics. Sie erschien von 1949-1955 mit 31 Ausgaben. Die Hefte enthielten außer mehreren Wayne-Comics eine Zeit lang auch herzhafte Funnys des genialen Harvey Kurtzman. Unter gleichem Titel und Logo erschien von 1952-1958 auch eine Serie in Großbritannien, die mit 82 Ausgaben um einiges länger gelaufen ist. Die UK-Version, deren Inhalt mir unbekannt ist, brachte von 1953-1959 auch Annuals hervor.
In der Comicserie trug Wayne das Outfit aus dem Film „Der schwarze Reiter“ von 1947, zu dem sonst aber kein Zusammenhang bestand. Mit dem etwas schrulligen Bonanza stellte man ihm einen typischen Western-Sidekick zur Seite. Bis Nr. 19 lebt Wayne in der Westernwelt, wobei auch einige wenige Kriegsgeschichten (ohne Bonanza) geboten werden.
In Nr. 12 hat man skurriler Weise beide Sujets miteinander verbunden: Wayne wird mitten aus dem Westernambiente in den damals aktuellen Korea-Krieg eingezogen. Er bekommt einen Brief der Regierung, verabschiedet sich von Bonanza und reist mit dem Zug nach Washington, um seiner Vaterlandspflicht nachzukommen. Am Ende erhält er an der Front einen Brief von Bonanza, der vermutet, dass John zu sehr mit Weibern beschäftigt ist, um mal was von sich hören zu lassen.
Ab Nr. 20 gibt es eine Konzeptänderung. Wayne erlebt ab nun Abenteuer in der ganzen Welt in unterschiedlichen Berufen und Tätigkeiten. Bonanza bleibt außen vor. Nr. 31 enthält Western-Reprints.
Die vielen, meist unbekannt gebliebenen Künstler der unter Fans relativ teuer gehandelten Serie sind von unterschiedlicher Qualität. Einigen gelang es sehr gut, Wayne abzubilden, andere haben ihn nicht getroffen. Abgesehen von Al Williamson (Secret Agent Corrigan) und Frank Frazetta (Conan-Cover), sind noch Leonard Starr (Mary Perkins) und Gil Kane (Green Lantern) prominent.
Kane hat hier einen noch sehr laienhaften, doch nicht uninteressanten Stil. Die Texte schrieb hauptsächlich Bob Haney, der später mit vielen Batman-Storys in der Reihe The Brave and the Bolt brillierte. Ob die in dieser SB abgedruckte Episode von Haney stammt, wissen wir leider nicht. Sie ist der Nr. 6 entnommen. Ich habe sie nicht nur wegen der bekannten Künstler ausgewählt (dank Frazetta schaffte es der Comic sogar aufs SB-Cover), sondern auch, weil mich die Krimi-Handlung besonders ansprach. Dieser Comic (in einer anderen Bearbeitung) und etliche weitere Wayne-Comics, die Al Williamson für die Reihe mit unterschiedlichen Inkern geschaffen hat, sind in einem neuen Band der bsv-Reihe Perlen der Comicgeschichte zu finden.

Die Veröffentlichung dieses Teasers aus dem John-Wayne-Special aus SPRECHBLASE 240 erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Autor Gerhard Förster. Die komplette John-Wayne-Comics Titelstory ist in SB 240 nachzulesen.

von Michael Hüster
Stichwörter: Sprechblase

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