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02.08.2019

Ein neuer Verlag bei PPM

Bahoe Books aus Österreich

Bahoe Books aus Österreich

Bahoe Books wurde 2016 gegründet und ist mittlerweile der größte österreichische Comic- und Graphic Novel-Verlag.

Aber auch schon vor 2016 haben die späteren Verlagsgründer jahrelang in verschiedenen Zusammenhängen mit Fanzines, Comics, Flugblättern, Adbusting, Graphic Design, Plakaten, Graffiti und sogenannter „Grauer Literatur“ im Eigenverlag und ohne Vertriebsstrukturen sehr frei experimentiert. Irgendwann wurde die Entscheidung getroffen, dieses Engagement zu professionalisieren, einfach um mehr Leute erreichen zu können und die Comickultur auch in Österreich nachhaltig zu fördern und bekannt zu machen.


PPM stellte Bahoe Books Fragen rund um den Verlag und das Programm.

PPM: Was war der Grund für die Bahoe Books-Macher, ins Comic-Geschäft einzusteigen?

Bahoe Books: Hinter unseren Bestrebungen steht die Idee der militanten Aufklärung im Sinne von Voltaire, Babeuf, Blanqui, Louise Michel, Karl Marx, Peter Kropotkin und vielen anderen. Wir sehen uns in der Tradition eines jahrhundertelangen Kampfes gegen Knechtschaft, Dummheit und Barbarei, oder positiv formuliert als Vertreter des utopischen Buches des 21. Jahrhunderts.

PPM: Im Bahoe – Programm gibt es vorwiegend Comics mit „sozialkritischen (zeitgeschichtlichen) Themen“. Gibt es einen bestimmten Grund, der die Verlagsmacher bewogen hat, diese zum Verlagsschwerpunkt zu machen?

Bahoe Books: Unsere Themen ergeben sich aus unseren Ansprüchen: Die Bücher sollen zwar schon nach wenigen Seiten fesseln, erfordern allerdings ein gewisses Maß an Intelligenz.

Wir haben hierzulande mit historischen Comics, Sachcomics bzw. non-fiction Graphic Novels eine Nische besetzt, die es den Menschen ermöglicht, wesentliche Infos inhaltlich und emotional viel schneller aufzunehmen und zu verstehen, als über die Bleiwüsten herkömmlicher Sachbücher. Chaika Grossmanns Autobiographie über die Ghetto-Aufstände in Wilna und Bialystok etwa, das ist eines der wichtigsten Werke der deutschen Geschichte. Es hat allerdings 500 Seiten, die Thomas Fatzinek in Der letzte Weg präzise und genial verdichtet hat. In Deutschland kam 1933 ja der primitivste und grausamste menschliche Abschaum an die Macht und hetzte Millionen willfähriger Knechte in einen kollektiven Amoklauf, und das in einem technisch und zivilisatorisch so entwickelten Landstrich. Der Schoß, aus dem das kroch ist immer noch fruchtbar, in diesem Sinne ist ein „Nie wieder!“ ein nobles und dringendes Anliegen, um einen Verlag aufzustellen.

PPM: Welche Publikationen sind schon erschienen bzw. in 2019 geplant?

Bahoe Books:
Zuletzt sind erschienen:


Wir laden alle Interessierten ein, unseren Katalog kostenfrei über PPM zu ordern, da sind alle Infos des Jahres 2019 kompakt und haptisch ansprechend präsentiert.

PPM: Auf welchen Comic-Veranstaltungen ist der Verlag anwesend?

Bahoe Books: Auf nahezu allen Messen in Österreich, also der Vienna Comix, der Vienna Comicon, der Next Comic Linz, der BuchWien und den kleineren Comics- und Sammlerbörsen. In Deutschland sind wir bisher immer auf den großen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt, bei denen Comics auch eine zunehmende Aufmerksamkeit erreichen, wir sind in Berlin, Nürnberg und bei einigen kleineren Buchmessen wie etwa der Buchlust in Hannover vom 16. bis 17. November 2019. Da wir uns in D noch nicht so gut auskennen, freuen wir uns über Tipps und Einladungen! Erlangen soll ja das Moskau der deutschsprachigen Comic-Szene sein, wir wollen nächstes Jahr unbedingt dabei sein und freuen uns auf viele neue Bekanntschaften.

PPM: Was gibt es noch Wichtiges über den Verlag zu berichten?

Bahoe Books: Keine Angst vor einem fetten Comic-Ziegel: Auch ein dickes Bahoe Book ist schnell gelesen!

PPM: Gibt es eine eigene Verlags-Homepage? Was ist dort alles zu entdecken?

Bahoe Books: Neben dem Schwerpunkt Comics- und Graphic Novels veröffentlichen wir auch politische Sachbücher, Romane und Biographien.

In der Sektion „Comics“ befinden sich alle bereits erschienen Werke aus dem Bereich sequenzieller Kunst.

Bei den „Neuerscheinungen“ verstecken sich die kommenden Comics ein bisschen zwischen den anderen Formaten

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Autor: Michael Hüster