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23.08.2019

Splitter

TER 1 - Der Fremde

Splitter - TER 1 - Der Fremde

Ein Fantasy-Comic, der in einer seltsamen, fremdartigen Umgebung handelt, ist ja eigentlich Standard in diesem Genre.

Auch der vorliegende Band weist dieses Merkmal auf. Es scheint eine Welt nach einer Wandlung zu sein. Relikte einer verfallen Vergangenheit allerorten.
Ein nackter Mann, der keine Sprache kennt, dafür eine Tätowierung mit dem Wort Goldhand trägt, wird unvermittelt in einer unterirdischen Grube entdeckt. Pip, der junge Finder, ist Grabräuber und nimmt ihn mit sich nach Hause in die Stadt Niedermühl zu seiner Schwester und nennt ihn Goltan. Hier lernt er nach und nach nicht nur zu sprechen. Er zeigt auch ein kompetentes Talent, alte Gegenstände und Gerätschaften zu reparieren. Eines Tages entdeckt er in der näheren Umgebung eine etwas größere Apparatur. Pip hat schon zuvor versucht, sie in Gang zu bringen, aber erst Goltan entlockt ihr das innewohnende Geheimnis. Kurz darauf wird er entführt, verhört und wieder frei gelassen; sehr suspekt! Es gibt ein Gerücht, dass ein neuer Messias auftauchen würde, denn „ ...in zukünftigen Zeiten wird der Boden grollen und nichts wird übrig bleiben von den Städten und Länder ...“ Ist Goltan dieser Führer, der alle in ein neues Paradies führen wird? Viele Anzeichen sprechen dafür!

Rodolphe, der schon etliche Szenarios geschrieben hat und der hierzulande noch unbekannte Zeichner Dubois (es gibt mehrere mit diesem Namen) sind Meister in der Erzählung und Darstellung dieser fantastischen Geschichte. Das Thema einer geheimnisvollen Bestimmung eines unbedarften Protagonisten ist sicher nicht neu. Hier ist sie eigentlich noch nebensächlich, denn Golan geht eine unvermeidliche Romanze mit Yss, der Schwester von Pip, ein. Es sind im Aufgebot an Protagonisten natürlich noch andere Personen und Gestalten mit dabei, die in die Geschichte involviert sind. Rudolph baut sie geschickt rund um das zentrale Thema des Geheimnisses um die Herkunft von Golan mit ein. Und Dubois liefert dazu tolle Zeichnungen mit feinem Strich und sehr viel Einfallsreichtum bei der Ausgestaltung. Der Grundton ist ein wenig düster, die Farben nie zu dick aufgetragen. Wie in einer utopischen Welt nicht anders zu erwarten gibt es darin auch skurrile Tiere und abstruse Vehikel. Zu Ende dieses 1. Bandes wird auch noch der Ursprung des Namens „Ter“ eher zufällig aufgedeckt, so dass zumindest diese eine spannende Frage beantwortet wird, so viel sei schon mal verraten.
Ein Science-Fiction Comic mit Fantasy Einschlag, der mit einer tollen Grafik und mit noch verborgenen Rätseln punktet. In dem alles zu finden ist, was so eine Geschichte unterhaltend macht. Dabei weder zu verzwickt noch zu lapidar daher kommt. Mit Bonusseiten mit Skizzen.

TER 1 - Der Fremde
Text: Rodolphe, Zeichnungen: Dubois
80 Seiten
Splitter
18,00 Euro

von Rolf Pressburger
Stichwörter: Splitter

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