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06.08.2015

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Bärenzahn: Eine Geschichte von Freundschaft, Verrat & Krieg

ALL – Verlag - Bärenzahn: Eine Geschichte von Freundschaft, Verrat & Krieg

Bärenzahn beginnt im Jahr 1944 an Bord des Flugzeugträgers Fighting Lady mit einer Seebestattung von gefallenen US-Soldaten, irgendwo im Pazifik.

Doch es bleibt kaum Zeit zur Andacht, denn der Marine-Konvoi der Fighting Lady wird von japanischen Kamikaze-Fliegern angegriffen. Damit beginnen sechs turbulente und actionreiche Seiten mit Kampfszenen: mittendrin mit seinem Flugzeug ist Max, einer der Hauptfiguren der Geschichte.
Rückblende: 1930 – in dem Jahr, in dem Bärenzahn beginnt - ist der Klang der Nazi-Stiefel noch nur ein fernes Echo. Schlesien ist damals von Polen, Deutschen und Tschechen bevölkert, die wie Max, Werner und Hanna in Harmonie miteinander leben. Dank des Protektorats des Völkerbundes können die Minderheiten - speziell die Juden - dort relativ friedlich leben. Aufgrund der Durchmischung in der Bevölkerung können sich Hanna, Werner und Max in Polnisch, Deutsch und schlesischem Dialekt verständigen.
Die drei verleben zunächst noch eine zwanglose Kindheit. Sie verbindet die Schwärmerei für die Fliegerei und so treten sie in Konkurrenz mit selbstgebauten Holzfliegern, die sie per Hand von Hügeln der Umgebung in die Luft befördern. Gewonnen hat der, dessen Flieger am weitesten fliegt.
Doch die politischen Veränderungen führen schließlich zur Trennung der drei Freunde, denn als polnischer Jude spürt Max sehr schnell die Anfeindungen der neuen Machthaber. Erste Angriffe auf jüdische Geschäfte zeigen den geänderten politischen Wind. Max beschließt, zusammen mit seinem Vater, zu einem Onkel in die USA auszuwandern. Doch bevor sich Max, Werner und Hanna trennen, schwören sie sich ewige Freundschaft. Während Hanna Reitsch und Werner Königsberg zunächst in der HJ ihrem Hobby der Fliegerei nachgehen, bleibt Max Kurtzman in den USA seinem Hobby verbunden.
1944. Durch einen Zufall wird Max vom US-Militärgeheimdienst aufgrund seiner Ähnlichkeit mit Werner mit diesem verwechselt und als Spion angefeindet, was beinahe zu seiner Exekution führt, bevor der Irrtum bemerkt wird. Doch das macht die Situation für Max nicht besser, denn er erhält den Geheimauftrag, seine alte Freundin Hanna zu töten, die für den Feind kämpft. Er ist schwer in der Zwickmühle: lehnt er ab, wird er wegen Befehlsverweigerung erschossen.
Szenarist Yann überrascht mit einer sehr eigenständigen Geschichte in einem bekannten Umfeld, das untrennbar miteinander verbunden ist: das dritte Reich und der Zweite Weltkrieg. Eine Zeit, die sicher tausendmal und mehr in TV-Serien und Berichten zu sehen war und fast täglich im TV zu sehen ist. Die Geschichte klingt vertraut, doch die zwei Autoren mischen eigene Ideen mit der Historie und schaffen eine einzigartige Abenteuergeschichte, die mit drei jugendlichen Freunden beginnt. Zeichner Alain Henriet verleiht der Story eine lebhafte Grafik und perfekte Dynamik.
Das Album ist gleichzeitig klassisch, was das historische Umfeld betrifft, als auch modern was die Inszenierung betrifft. Gut gemacht: die Wechsel in den Zeitebenen. Vor allem verständlich. Die Autoren legen dabei großen Wert auf den Wiedererkennungswert der Figuren. Auch gelungen: der Spagat im Szenario zwischen romantisch verklärter Jugendzeit der Hauptfiguren und der brutalen Wirklichkeit der Kriegsjahre.  
Die Serie ist mit Band 3 abgeschlossen (Titel: Max, Hanna, Werner).

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von Michael Hüster
Stichwörter: All Verlag

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