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11.12.2017

Der Mythos Corto lebt: Äquatoria - ein neues Corto Maltese - Abenteuer

Der zweite Maltese-Band von Ruben Pellejero und Juan Diaz Canales führt Corto bis ins tiefste Afrika nach Äquatoria

Der Mythos Corto lebt: Äquatoria - ein neues Corto Maltese - Abenteuer - Der zweite Maltese-Band von Ruben Pellejero und Juan Diaz Canales führt Corto bis ins tiefste Afrika nach Äquatoria

Maltese begleitet seine Freundin Aida Treat, die Reportagen für den National Geographic schreibt, nach Alexandria. In der turbulenten Stadt am Nil treffen Welten aufeinander, politisch gärt es heftig.

Das alte Europa macht sich über die afrikanischen Paradiese her, und in der Provinz Äquatoria herrscht ein gewisser Emin Pascha, geboren als Eduard Schnitzer in Oppeln. Aber Corto ist, wie immer, auf der Suche nach einem sagenhaften Schatz. Dieses Mal ist es der Magische Spiegel eines Priesterkönigs, der um 1100 lebte…

Dass Corto Maltese einmal von einer schönen Frau nach Oppeln, Schlesien, eingeladen werden würde, klingt womöglich selbst für ihn abenteuerlich… …aber noch ist seine Anwesenheit in Afrika gefragt. Hier wartet neben aufregenden Begegnungen und paradiesischen Landschaften ein Schatz, dem nur einer wie Corto verfallen kann: der Magische Spiegel des Priesterkönigs Johannes, oder Bruder John, der in Wirklichkeit ein mongolischer Khan war.  
Aber der Spiegel war in Wirklichkeit ein kostbarer Saphir. Geradlinig sind Cortos Wege nie, und seine Schatzsuche kommt einem manchmal wie ein Vorwand vor. Um außergewöhnliche Zeitgenossen zu treffen? Denn die historischen! Nebenfiguren sind oft dermaßen skurril, dass ihre Geschichten ein eigenes Spin-off verdienen würde (man denke nur an den verrückten Baron Roman von Ungern-Sternberg aus dem Sibirien-Abenteuer).
Der reale Hintergrund dieser Corto-Episode: die Kolonialmächte teilen die afrikanischen Paradiese auf dem Kartentisch und mit dem Zollstock unter sich auf und behandeln ihre Bewohner wie Nutztiere. In der Provinz Äquatoria herrschte der Gouverneur Emin Pascha, geboren als Eduard Schnitzer, dessen Lebensweg filmreif war. Er hatte eine wunderschöne Tochter, der Corto Maltese ebenfalls begegnet.

Und schließlich, Corto Maltese meets James Bond, trifft der Held auf den britischen Lord und Spion Richard Meinertzhagen: das Vorbild für Ian Flemings Jahrhunderthelden.
Die Geschichte in diesem Band folgt der Tradition, die Hugo Pratt begründet hat. Der Szenarist Juan Diaz Canales hat die Handlung bewusst in einem Raum angesiedelt, der eine Fortentwicklung des Mythos Corto erlaubt. Die Provinz Äquatoria im heutigen Sudan gehörte von 1870 bis 1922 offiziell zum Osmanischen Reich, doch tatsächlich hatte sie stärkere Bindungen an Ägypten, dass unter britischer Oberhoheit stand. Als Schauplatz von Kolonialismus und Sklavenhandel ist ein solches Land geschaffen für einen, den fremde Kulturen und Traditionen locken.
Die Personen, die Corto begegnen, sind so außerordentlich, dass man sich fragt: wurden sie nun extra für die Geschichte erfunden, oder haben sie tatsächlich gelebt? Jedenfalls werden die wahren oder ausgedachten Schicksale von Ferida Schnitzer, Afra, Aida, Winston Churchill, Tippu Tip, Henry de Monfreid und Konstantin Kavafis dem Leser von ÄQUATORIA unvergesslich bleiben.
Ruben Pellejero und Juan Diaz Canales haben mit ÄQUATORIA erneut ein sehr schönes Corto-Abenteuer abgeliefert. Die Geschichte beginnt in Venedig und endet nach einer ereignisreichen und vor allem exotischen Reise auf einem Schiff im Mittelmeer. Auf diesem Schiff erhält der Held eine Einladung von Ferida Schnitzer, sie in Deutschland zu besuchen. Pellejero (Zeichnungen) und Canales (Szenario) sind würdige Nachfolger von Hugo Pratt. Pellejero setzt die Handlung mit einer sehr eleganten und schönen Grafik um.

Corto Maltese bei PPM

von Michael Hüster
Stichwörter: Schreiber & Leser

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