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20.03.2018

Blüten, Koks und blaues Blut

Emmanuel Moynot überzeugt mit komplexer Comic-Adaption eines Malet-Krimis

Blüten, Koks und blaues Blut - Emmanuel Moynot überzeugt mit komplexer Comic-Adaption eines Malet-Krimis

Wenn der Herr Graf die Mätresse zu wechseln wünscht, sieht er sich unter den Tänzerinnen in den Nachtclubs wie dem Eldorado oder Ex-cargo um.

Damit hat keiner ein Problem, am wenigsten die Frauen selbst, denn der Adel weiß, was sich gehört und zahlt den Damen die Miete und noch einige andere Dinge, die das Leben angenehm und die Damen willig machen. Der Herr Graf förderte auch die Kunst, indem er einen Maler beauftragte, pornografische Bilder nach Fotos seiner Freundinnen anzufertigen.

Einer dieser Blaublütigen, Pierre de Fabregues, engagiert Nestor Burma als Privatdetektiv. So packt Burma seinen hellen Anzug ein, verlässt die bekannte Szenerie in Paris und mischt sich unter die Schönen an der Côte d’Azur. Aber im Vergleich zu Paris ist Cannes ein Dorf: offenbar kennt jeder jeden und auch Nestor begegnet ständig alten Bekannten, sogar ehemaligen Mitarbeitern der Agentur Fiat Lux.

Das Lokalkolorit liefern dieses Mal die Filmfestspiele, die just in diesem Jahr 1946 zum ersten Mal stattfanden. Und auch der Pastis ist eine echte Herausforderung für Nestor Burma.

Als Nestor Burma in Cannes mit dem Zug ankommt, begibt er sich, nachdem er sein Hotelzimmer bezogen hat, direkt zu seinem Auftraggeber, doch dieser hat inzwischen Selbstmord begangen. Nestor beginnt, jetzt im Auftrag des Bruders des Verblichenen, Robert de Fabregues, die hoffentlich ehrenhaften Hintergründe für den Selbstmord zu ermitteln. Glückspiel, Nachtklubs, Drogen und Falschgeld, viele Personen scheinen eine Rolle zu spielen und irgendwie scheint alles mit allem zusammenzuhängen. Nicht ganz einfach für Burma, Licht ins Dunkel zu bringen…
Inzwischen habe ich ja schon so einige Nestor Burma – Krimis gelesen. „Blüten, Koks und blaues Blut“ ist einer der besten Fälle, denn er ist unglaublich stark strukturiert, sehr spannend und das Ende nicht vorhersehbar.
Zeichner Emmanuel Moynot hat mich als Zeichner der Serie erneut positiv überzeugen können. Die Protagonisten, deren Kleidung, Locations und Fahrzeuge sind sehr gelungen dargestellt. Da passt einfach alles zusammen.

Die Nestor Burma – Ausgaben bei Schreiber & Leser:

von Michael Hüster
Stichwörter: Schreiber & Leser

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Nestor Burma: Blüten, Koks und blaues Blut

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