Die Grafic Novel überzeugt dabei nicht nur durch ihre Handlung, sondern insbesondere durch ihre farbenfrohe und ausdrucksstarke Gestaltung.
Im Mittelpunkt steht Lumine, ein junger Werwolf, der auf der Suche nach Arbeit auf Kody trifft, einen Hexer, dessen Vater Lumine als Beschützer für seinen Sohn engagiert. Die beiden unterscheiden sich deutlich voneinander: Während Lumine offen, lebhaft und freundlich auftritt, begegnet Kody ihm zunächst mit Misstrauen und Zurückhaltung. Aus dieser Begegnung entwickelt sich eine Geschichte, in der erste Konflikte entstehen und nach und nach mehr über die Figuren und ihre Hintergründe deutlich wird.
Die Handlung entwickelt sich im ersten Band zunächst langsam, da die Charaktere und ihre Beziehung zueinander im Vordergrund stehen. Gleichzeitig bleiben einige Fragen offen, wodurch die Neugier auf eine Fortsetzung geweckt wird. Wer eine von Beginn an actionreiche Geschichte erwartet, könnte diesen Erzählstil als etwas ruhig empfinden. Dafür bietet der Band ausreichend Raum, um die Hauptfiguren kennenzulernen.
Besonders hervorzuheben sind die Illustrationen, die vollständig in Farbe gestaltet sind und mit Ihrer detailreichen Darstellung der Geschichte eine besondere Lebendigkeit verleihen. Mimik, Gestik und Hintergründe unterstützen die Erzählung und machen die Emotionen der Figuren nachvollziehbar. Dadurch einsteht ein visuell ansprechendes Leseerlebnis.
Eine weitere Besonderheit ist die Leserichtung. Anders als bei vielen Manga wird Lumine in der westlichen Leserichtung, also von links nach rechts, gelesen. Dadurch fällt der Einstieg besonders Lesern leicht, die mit Manga weniger vertraut sind.
Insgesamt ist Lumine 1 ein empfehlenswerter Manga, der vor allem durch seine farbenfrohen Panels, seine fantasievolle Welt und die gegensätzlichen Hauptfiguren überzeugt. Die gelungene Verbindung von visueller Gestaltung und erzählerischem Aufbau macht den Band zu einem ansprechenden Leseerlebnis.
Emma Krogell ist die Autorin von Lumine. Sie lebt zusammen mit ihren zwei großen plüschigen Hunden in Finnland.
Leseprobe
Autor: Michael Hüster