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15.05.2018

115. Geburtstag von Erich Ohser

Erich Ohser: Der Schöpfer von „Vater und Sohn”

115. Geburtstag von Erich Ohser - Erich Ohser: Der Schöpfer von „Vater und Sohn”

Erich Ohser – e.o.plauen (1903 – 1944) ist der Schöpfer von „Vater und Sohn“, den Bildgeschichten über den gutmütigen, schnauzbärtigen Vater und seinen pfiffigen, zu jedem Streich aufgelegten Sohn.

Der Siegeszug der Bildgeschichten von „Vater und Sohn“, die im deutschsprachigen Comic gleich nach Wilhelm Buschs weltberühmten Max und Moritz Bildgeschichten zu nennen sind, begann im Dezember 1934 in der Berliner Illustrirten. Auch heute noch kennen viele die beiden Helden aus Zeitungen, zahlreichen Sammelbänden, Postkarten und Briefmarken oder lernten die Geschichten im Deutschunterricht kennen, in dem sie als Vorlage für Bildbeschreibungen dienten. Der Charme und Witz dieser zeitlosen Bildgeschichten zündet auch noch in unserer heutigen stark medialisierten Welt.

Im Frühjahr 1934 suchte die „Berliner Illustrirte” eine Zeichenserie mit einer „stehenden Figur”. Johannes Weyl, Leiter des Zeitschriften-Zentralbüros im Ullsteinverlag, der diese Idee hatte, beauftragte den Redakteur Kurt Kusenberg, im Rahmen eines Wettbewerbs interessantes Material und einen geeignete Zeichner zu finden. Schließlich viel die Wahl unter 32 Zeichnern auf Erich Ohser, der die einfache aber geniale Idee zu „Vater und Sohn” vorgelegt hatte.

Am 13. Dezember 1934 erschien die erste „Vater und Sohn” - Bildgeschichte „Der schlechte Hausaufsatz” in der „Berliner Illustrirten” Nr. 50/1934. Von nun an veröffentlichte die Illustrirte wöchentlich eine weitere Folge. Die Beliebtheit der beiden Figuren und ihrer Abenteuer wuchs ständig. Die Redaktion und der Zeichner erhielten glänzende Kritiken und viele begeisterte Briefe von der zahlreichen Leserschaft.

Das liebevolle Verhältnis, das Erich Ohser in seiner Kindheit mit seinem Vater verband, und seine eigene Liebe zu seinem Sohn Christian ist Ausgangpunkt für das Konzept dieser Bildfolge und Inspiration für deren Fortsetzung. Der Humor, der sich an den kleinen Schwächen der beiden entwickelt und steigert, die Achtung und Liebe zu den Titelhelden charakterisieren „Vater und Sohn”.

Ohser bereitete seine Zeichnungen sehr ausführlich mit dem Bleistift vor. Wenn er dann die überzeugende formale Lösung gefunden hat, hat er die Vorstufen ausradiert und es blieb die Fixierung mit schwarzer Tusche erhalten. Das scheinbar Leichte seines Zeichenstils ist sorgfältig erarbeitet. Durch die Verwendung eines formal stark vereinfachten Zeichenstrichs kam er mit einem Minimum an Bildfläche beim Erzählen seiner Geschichten aus.

Ende 1937 wurde mit „Der Abschied“ die letzte „Vater und Sohn” - Bildgeschichte in der „Berliner Ilustrirten” abgedruckt. Erich Ohser hatte sein Thema weitgehend ausgeschöpft.

von Michael Hüster
Stichwörter: Erich Ohser

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