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27.03.2019

20 Jahre ZACK-Magazin aus dem MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag

Klaus D. Schleiter: Ein Liebhaberobjekt mit Höhen und Tiefen

20 Jahre ZACK-Magazin aus dem MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag - Klaus D. Schleiter: Ein Liebhaberobjekt mit Höhen und Tiefen

Nach vielen spannenden Abenteuern mussten die Abrafaxe und ihre Macher Anfang der 1990er eine schwierige Zeit überstehen, denn der bisherige Verlag des MOSAIK, der Verlag Junge Welt, wurde von der Treuhandgesellschaft liquidiert.

Klaus D. Schleiter und Anne Hauser-Thiele gründeten 1991 den MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag und retteten so das MOSAIK-Magazin, bis dahin DAS Comic-Magazin der DDR.
Der Verlag veröffentlicht seitdem das traditionsreiche 1955 erstmals erschienene MOSAIK. Darin erlebt der Leser die spannenden Comicabenteuer der Abrafaxe. Das sind: Abrax, Brabax und Califax.
Neben dem MOSAIK kamen im Lauf der Jahre etliche weitere Publikationen zum Verlagsprogramm hinzu. Dazu gehören Abrafaxe-Alben, die Abenteuer von Fix und Fax, MOSAIK-Sammelbände, das 1999 neu gestartete ZACK-Magazin, die Comicalben der ZACK-Edition und vieles weitere. Seit 2008 gibt es auch einen Mosaik-Ableger mit der Zielgruppe Mädchen. Die Heldinnen sind Anna, Bella und Caramella. Heute ist das Mosaik mit monatlich ca. 100.000 bis 110.000 gedruckten Exemplaren das auflagenstärkste deutsche Comic-Heft.
Das komplette Interview mit Klaus D. Schleiter gibt es in ZACK 3/2019 (Nr. 237).

Wie kam es dazu, dass du als Inhaber einer Werbeagentur zusammen mit Anne Hauser-Thiele 1991 ein DDR-Comic-Magazin übernommen hast?
Klaus D. Schleiter: Ende November 1989 besuchte uns, die PROCOM-Werbeagentur, Wolfgang Tietze, Geschäftsführer vom Verlag Junge Welt. Wolfgang Tietze suchte einen Partner, der die Jugend-Titel im Verlag, die bundesweit vertrieben werden sollten, konzeptionell und gestalterisch mit betreut. Von 1989 bis Sommer 1991 haben wir sehr intensiv für und mit dem Verlag Junge Welt gearbeitet. Es war für uns eine interessante Zeit in der auch wir viel über die damalige Arbeitsweise gelernt haben. Die Ankündigung der Liquidation des Verlages Junge Welt von der Treuhand kam für alle überraschend. Anne und ich versuchten dann einen Weg zu finden MOSAIK weiter erscheinen zu lassen. Die redaktionelle Philosophie war einzigartig in der Gesamtdeutschen Presselandschaft und deshalb unbedingt erhaltenswert. Wir fanden einen Weg.

Ein besonderes Highlight in deiner Mosaik-Zeit war sicher das 25jährige Jubiläum der Abrafaxe, das im Jahr 2000 mit einem großen Fest im Filmpark Babelsberg begangen wurde. Im September 2001 erschien dann der erste Kinofilm, "Die Abrafaxe ¬ Unter schwarzer Flagge". Vor allem der Kinofilm war sicher eine große Herausforderung. Ist ja schon etwas her. Würdest du ein solches, auch finanziell sehr anspruchsvolles Projekt, mit den Erfahrungen von damals nochmals angehen?
Klaus D. Schleiter: Für mich gab es nicht das eine Highlight in der MOSAIK-Zeit. Erstens ist die MOSAIK-Zeit für mich noch nicht vorbei (ich klopfe auf Holz) und Jubiläen oder besondere Events zu bestimmten Anlässen werden von mal zu mal spannender und intensiver vorbereitet.
Das Filmprojekt war damals eine andere Art der Herausforderung, da es nicht mit dem Machen und dem Vertrieb von Print-Publikationen zu vergleichen ist. Ob die jüngeren Mitarbeiter so etwas nochmal anpacken, kann ich nicht voraussagen.

Was macht der Verlag alles im Werbebereich, um weiterhin erfolgreich am Markt zu bestehen? (Werbung, besondere Marketingaktionen) Wirst du da auch von Extern angesprochen, etwas zusammen zu machen?
Klaus D. Schleiter: Alle Ideen zur Kommunikation und zum Marketing werden intern entwickelt. Die vorrangigste „Werbe-Aktion“ ist aber ein gutes Magazin zu machen. Es gibt keine externen Berater oder Dienstleister für diesen Bereich. Wenn wir zu Vorträgen oder Veranstaltungen eingeladen werden ist dies weniger eine „Werbeveranstaltung“ für MOSAIK, mehr unterstützt dann MOSAIK die Veranstaltung.

1999 kam das ZACK-Magazin hinzu. Kannst du dich noch erinnern, wann, wo und mit wem die Weichen gestellt worden sind?
Klaus D. Schleiter: Die Idee entstand auf der Frankfurter Buchmesse. Es gab nie „Berührungsängste“ zwischen den Comic-Verlagen und meist trafen sich die Verlagsleiter am MOSAIK-Stand. Und beim Reden und Ideen-Spinnen kam von irgend jemanden der Spruch: Wir bräuchten in Deutschland mal wieder ein Magazin, das über Trends, Stilrichtungen und aktuellen Comic-Geschichten berichtet. Ein anderer (ich weiß nicht mehr, wer welchen Einwand gebracht hatte) erwähnte ZACK, ein Titel, der bei Springer auf Eis lag. Da wir gute Beziehungen zum Haus Springer schon damals hatten, erklärte ich mich bereit dort nach den Titelrechten oder Nutzungsbedingungen zu fragen. Erst sollte ZACK als Gemeinschaftsprojekt von einigen Verlagen getragen werden. Ich kann nicht mehr sagen, warum dann nur noch MOSAIK, als Herausgeber, übriggeblieben war. Springer war bereit uns zu genehmigen, ZACK unter einem zeitlich befristeten Lizenzvertrag zu veröffentlichen. Springer wollte sicherstellen, dass das Produkt qualitativ ihren Vorstellungen und dem des ZACK-Image entsprach. Nach einigen Ausgaben hat Springer uns dann den Titel verkauft.

20 Jahre ZACK: ZACK ist ja heute ein Special-Interest-Magazin. Ist das für dich so eine Art Liebhaber-/Prestigeobjekt?
Klaus D. Schleiter: Das ZACK-Magazin war von Anfang an ein Liebhaberobjekt im MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag. Aber ein Liebhaberobjekt, an dem trotz Höhen und Tiefen der ZACK-Jahre immer festgehalten wurde. Das kommende Jubiläum wäre sonst nicht erreichbar gewesen.

Du bist schon sehr lange im Geschäft. Da gibt es sicher auch Gedanken an den Ruhestand…gibt es potentielle Nachfolger für den Verlag in der Familie oder anderswo?
Klaus D. Schleiter: Es gibt eine Idee : )

von Michael Hüster

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