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24.05.2026
Finix: Die großen Seeschlachten 26

Navarino 1827 +++ Die Schlacht, die schließlich zur Unabhängigkeit Griechenlands führte

Navarino 1827 +++ Die Schlacht, die schließlich zur Unabhängigkeit Griechenlands führte
Seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts steht Griechenland unter osmanischer Herrschaft, eine Situation, die von vielen Griechen offenbar hingenommen wird.

Doch in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts entsteht allmählich ein nationalistisches Bewusstsein. Zunächst werden eine Puppe und eine Flagge verbrannt, bevor man zu den Waffen greift. Im Februar 1821 bricht schließlich der Krieg aus. Die Griechen träumen natürlich vom Sieg, doch ihnen steht ein Imperium mit seinen Verbündeten gegenüber. Die Griechen sind einer unerbittlichen Unterdrückung ausgesetzt, die in Massakern mündet. Die europäischen Mächte weigern sich einzugreifen, das Gewicht der Bündnisse lähmt jede Initiative, und die Schrecken der Napoleonischen Kriege sind vielen noch in lebhafter Erinnerung. 
Glücklicherweise überzeugen die strategischen Herausforderungen, die wiederholten Hilferufe und die öffentliche Meinung die Staaten schließlich davon, einzugreifen. Frankreich, das Vereinigte Königreich und Russland verbünden sich für die Sache. Doch in Zeiten, in denen Diplomatie oft unter Waffengewalt stattfindet, löst der kleinste Funke das Schlimmste aus.
Die Seeschlacht von Navarino markierte auch den Anfang vom Ende des Osmanischen Großreichs. Ohne richtige Kriegsflotte und von allen Seiten durch die Koalition der Engländer, Franzosen und Russen bedrängt, mussten die Osmanen schließlich die Unabhängigkeit der Griechen akzeptieren, die im Februar 1832 durch den Vertrag von Konstantinopel besiegelt wurde.
Jean-Yves Delitte liefert mal wieder ein Meisterwerk maritimer Zeichenkunst ab. Ein Traum sind natürlich die drei Doppelseiten mit beeindruckenden Schiffszeichnungen. Dieses Mal gefällt mir auch sein Szenario richtig gut, das sich im Verlauf der Geschichte bis zum spannenden Finale mit der entscheidenden Schlacht immer mehr steigert. Immer wieder interessant: die Dialoge der beteiligten Protagonisten, die sich im Vorfeld der Ereignisse natürlich mit der drohenden Schlacht und dem persönlichen Schicksal befassen.

Autor: Michael Hüster