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06.08.2026
Splitter

Der Schatz der Geisterstadt

Der Schatz der Geisterstadt
Chuck, der im Gefängnis sein finanzielles Geheimnis mit einem Kumpel auf Gegenseitigkeit teilte, wird ein paar Jahre später entlassen. 

Sofort macht er sich 1970 mit seiner Geliebten Kat auf in ein verlassenes Wüstenkaff in New Mexico. Dort möchten sie das vergrabene Geld abholen, um sich gemeinsam ein schönes Leben zu machen. Er wirft ihr zwar vor, in seiner Abwesenheit mit anderen im Bett gewesen zu sein, doch er will sie trotzdem weiterhin. Es erwartet sie ein alter Haudegen in der Geisterstadt, der dort seinerseits „sein“ Gold sucht. Er scheint nicht mehr klar bei Sinnen zu sein, denn er erzählt seine eigene Geschichte, nach der er weit über 100 Jahre alt zu sein scheint. Chuck grub zuvor an der vermeintliche Stelle, doch sein Geld fand er nicht. Der Alte erzählt, dass vor Kurzem zwei Typen an der selben Stelle schon einen Sack ausgegraben haben. Seiner Beschreibung nach war einer davon der Kumpel aus dem Knast …
Frustriert, dass ihr Traum vom Geld geplatzt ist, schickt Kat Chuck wortwörtlich in die Wüste – schmeißt ihn aus dem Auto. Der trampt in die nächste Ortschaft. Hier trifft er quasi auf die erste Überraschung.
Im Laufe der Story gibt es noch mehr davon. Ja, die Handlung ist voller Wendungen und immer wieder mit  neuen Gegebenheiten gefüllt. Sie ist verzwickt und doch leicht zu verfolgen, weil es der versierte Autor Matz versteht, seine Erfahrungen als Texter meisterlich in Geschichten zu transferieren. Sie könnte genau so gut als reiner Western gelten, also vor über 100 Jahren spielen, wenn er Pferde anstatt Autos integriert hätte. Nicht nur, weil die Lady, einen Cowboyhut trägt. Es wird betrogen, intrigiert, geschossen und gestritten. Selbst der „Fuzzy“, der crazy Oldtimer in Person des irren Alten, fehlt nicht!
Die Zeichnungen sind ebenfalls ganz im Stil der Comic-Klassiker von z.B. Hermann und Giraud.
Die wunderbar dargestellte steinig-staubige Wüstenlandschaft mit zerklüfteten Felsformationen und dürrer Vegetation offerieren eine weitere Assoziation.

Der Schatz der Geisterstadt – sowohl eine Art Roadmovie, als auch eine Rachestory um Verrat, ein Drama, ein Krimi, in der jeder Protagonist alles andere als ein gesetzestreuer braver Bürger ist. Und trotzdem finden Kat und Chuck sich am Ende wieder traut vereint. 

Die Geschichte enthält ein paar Rückblenden von Chuck und Kat, ansonsten ist die Handlung chronologisch erzählt. Der Band ist sehr unterhalten, nicht vorhersehbar und deshalb spannend bis zum Schluss. Eine Empfehlung für Leser, die eine eher konservative aber nicht altbackene, doch facettenreiche Geschichte einer abenteuerlichen Schatzsuche lieben.

Der Schatz der Geisterstadt
Text: Matz, Zeichnungen: Xavier
120 Seiten
Splitter
25,00 Euro

Autor: Rolf Pressburger