Die Geschichte beginnt mit einem Gruppendate, bei dem drei Studenten auf drei vermeintliche Männer treffen, die sich später als Frauen herausstellen, die in einer Crossdressing-Bar arbeiten. Diese originelle Ausgangssituation sorgt zunächst für Neugier und hebt den Manga von vielen anderen Vertretern des Romance-Genres ab.
Besonders gelungen sind der lockere Erzählstil und der Umgang mit Identität und gesellschaftlichen Erwartungen. Die Geschichte bietet einige amüsante Momente und setzt auf eine leichte, unkomplizierte Atmosphäre. Gleichzeitig bleibt die Handlung insgesamt eher gradlinig und entwickelt sich weitgehend entlang bekannter Genre-Muster. Dadurch geht ein Teil des anfänglichen Überraschungseffekts verloren, sodass die Handlung stellenweise etwas vorhersehbar wirkt.
Auch die Charaktere sind sympathisch gestaltet und tragen zur unterhaltsamen Stimmung des Mangas bei. Allerdings bleiben sie über weite Strecken eher oberflächlich und entwickeln sich nur langsam weiter. Wer sich eine tiefere Charakterzeichnung oder komplexere Konflikte wünscht, könnte den Figuren etwas mehr Entwicklungspotenzial zuschreiben.
Der Zeichenstil ist dagegen ein klarer Pluspunkt. Die Illustrationen sind sauber, modern du ausdrucksstark. Besonders die Mimik der Figuren unterstützt sowohl die humorvollen als auch die romantischen Szenen und verleiht der Geschichte eine angenehme Dynamik.
Insgesamt ist „Voll kein Typ“ ein unterhaltsamer Manga, der mit einer kreativen Grundidee und einem ansprechenden Zeichenstil überzeugt. Gleichzeitig schöpft die Geschichte ihr Potenzial nicht völlig aus, da Handlung und Charakterentwicklung über längere Strecken recht vorhersehbar bleiben. Wer leichte Romantic-Comedy mit sympathischen Figuren sucht, wird hier dennoch gut unterhalten.
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Autor: Michael Hüster