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05.07.2018

Der Bocola - Verlag präsentiert: Rip Kirby

Achim Dressler: Rip Kirby ist ein wirklich wunderbarer und zeitloser Titel

Der Bocola - Verlag präsentiert: Rip Kirby - Achim Dressler: Rip Kirby ist ein wirklich wunderbarer und zeitloser Titel

Rip Kirby, Ex-Marineoffizier, einer der besten Detektive des Comic-Mediums, löst auf intelligente und sehr smarte Art und Weise auch die schwierigsten Fälle.

Der elegante und gebildete Privatdetektiv weiß die Annehmlichkeiten des Lebens zu schätzen und zu genießen. Er ist Pfeifenraucher und Brillenträger, liebt klassische Musik und die Gegenwart schöner Frauen, spielt gerne Golf und Schach, kann aber auch, bei Bedarf, kräftig zuschlagen und ist ein ausgezeichneter Schütze. Kirby leistet sich die Dienste eines Butlers – Desmond, ein ehemaliger Ganove, der ihm bei seinen Ermittlungen hilft. Ihnen zur Seite steht oft Rips Freundin Honey, ein blondes, bildhübsches Model. Ab 1946 erschienen die Abenteuer des Meisterdetektivs in zahlreichen Zeitungen. Alex Raymond, Erfinder und Zeichner der Serie, kam 1956 bei einem tragischen Unfall ums Leben. Bis 1999 wurden die Geschichten dann, auf durchaus vergleichbarem Niveau, von John Prentice fortgesetzt.

Bei Bocola-Verleger Achim Dressler nachgefragt: Hallo Achim. Kannst du bitte kurz beschreiben, was bei der zweibändigen Bocola-Ausgabe, im Vergleich zur Pollischansky – Ausgabe, den Unterschied ausmacht?

Achim Dressler: Die Strips werden bei uns deutlich größer als bei Pollischansky gedruckt werden.

Die Striplängen im Vergleich:

Pollischansky = 22,8 cm
IDW = 24,5 cm
Bocola = bis 29 cm

Außerdem haben wir teilweise bessere, bzw. vollständigere Vorlagen ausfindig machen können. Die meisten Rip Kirby - Strips der ersten Jahre wurden in den Zeitungen nur gekürzt (unten wurde ein Stück der Zeichnungen abgeschnitten) veröffentlicht. Des Weiteren sind in unserer Version viele Panels "offener", d. h. es sind mehr Details zu sehen.
Und wir bringen die damalige Übersetzung von Hermann Urbanek (aus den Pollischansky-Bänden) in einer gründlich überarbeiteten Fassung. Das Lettering ist mit einem sehr passenden US-Comicfond gemacht worden.

Rip Kirby ist ein wirklich wunderbarer und zeitloser Titel. Sehr spannend, mit guten Storys und von Alex Raymond meisterhaft gezeichnet. An Rip Kirby werden sich bestimmt noch viele (ältere) Leser erinnern. Über viele Jahre erschienen die Strips in zahlreichen Zeitungen.“

Der Held, Rip Kirby war, anders als seine Roman- und Comic-Kollegen, eher ein moderner Sherlock Holmes. Im Eröffnungsstrip vom 4. März 1946 serviert Butler Desmond seinem Dienstherren Rip Kirby das Frühstück am Bett seines schicken New Yorker Apartments. Vier Strips später wird das umwerfende blonde Modell Judith Lynne „Honey“ Dorian eingeführt. Ein weiterer Hauptcharakter, die schwarzhaarige Femme Fatale Pagan Lee, muss auf ihren ersten Auftritt bis zur dritten Story am 27. Juni 1946 warten.

Die Themen, die Rip Kirby aufnahm, waren, genauso wie die Mode, Reflektionen ihrer Zeit. Frühe Storys behandelten soziale Aspekte wie Drogenabhängigkeit, organisiertes Verbrechen und Jugendkriminalität. Ein anderer Handlungsstrang erzählt von den Versuchen eines wissenschaftlichen Weltkongresses, die Verbreitung von Atom- und Biowaffen einzudämmen. Damit dürfte Rip Kirby thematisch immer noch sehr aktuell sein.

Raymond dokumentierte die neuesten technischen Fortschritte, wie den kommerziellen Flugverkehr und tragbare Funkgeräte. Big Band-Musik und Sambatanzen waren Unterhaltungstrends, die Raymond nicht unerwähnt ließ. Eine der anspruchsvollsten Geschichten dieser Zeit behandelte Kriegswaisen und Schwarzmarkt-Babys.
Raymond bemerkte zu dieser Sequenz seiner Geschichten: „Vielleicht – und wenn auch nur im überschaubaren Rahmen – kann ich so die Aufmerksamkeit meines Publikums auf diese und andere soziale Missstände richten. Auch wenn der Comicstrip vorrangig ein Unterhaltungsmedium ist, so kann er doch lehrreiches Wissen vermitteln.“

Interessante Randnotiz: Rip Kirby wurde der am schnellsten verkaufte Strip in der Geschichte von King Features. Nach heutigen Maßstäben lag Raymonds Honorar aus dem Vertrieb des Strips bei fast einer halben Million Dollar im Jahr.    

Die Bocola-Ausgabe fast in acht Bänden die Strips von Alex Raymond in einer sehr ansprechenden bibliophilen HC-Ausgabe im Querformat zusammen. Band 1 enthält die Strips aus den Jahren 1946 und 1947, Band 2 die verbleibenden 1947er - Strips und die aus dem Jahre 1948.

Die spannenden Szenarien erhalten durch den s/w – Druck einen zusätzlichen Reiz. Raymond konzentriert sich in seinen Zeichnungen vorranging auf die handelnden Personen und vermag diese sehr unterschiedlich darzustellen. Raymond entpuppt sich als ein Meister der Mimik, verpasst er seinen Protagonisten doch sehr ausdrucksvolle Gesichter.
Daneben kommen aber auch Details in den Hintergründen nicht zu kurz. Rip Kirby von Bocola ist für Fans des Krimigenres eine sehr interessante Kaufoption!

Leseprobe

von Michael Hüster
Stichwörter: Bocola

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