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08.02.2026
bsv Hannover

Blut auf der Prärie

Blut auf der Prärie
In diesem Band ist einerseits die titelgebende Story enthalten, eine albenlange Darstellung der letzten Indianerkriege, und ein weiterer kurzer Comic, der ebenfalls als eine wahre Begebenheit in diesem Zusammenhang vorgestellt wird. 

Die Geschichte von Roman Nose, einem riesigen Cheyenne.
Des Weiteren werden zusätzlich seitenlange historische Hintergründe offeriert, Portraits von maßgeblichen Weißen und Rothäuten, sowie zeitgenössische Gemälde von Künstlern beider Seiten. Die Schlachten um Adobe Walls und um Little Big Horn, das Washita-Massaker und die Belagerung am Arikaree River.
Als zusätzlicher Bonus ist noch eine Arbeit von Peter Wiechmann mit dabei: Eine gekürzte Prosafassung von Blut auf der Prairie.


Der Auslöser für diesen Krieg, wie im Hauptcomic dargelegt, war u.a. eine schroffe Ablehnung eines weißen Händlers, der dem Häuptling Little Crow die Bitte um Lebensmittel verweigerte. Denn die Regierung hatte ihnen versprochen, Nahrungsmittel zu liefern. Mit den Worten: „… Deine Stämme können Gras fressen …“ legte der Ladenbesitzer wohl endgültig die hasserfüllte Reaktion der Indianer auf die Weißen fest!
Im Folgenden werden die Ereignisse chronologisch aufgezeigt. Im Grunde sind das etliche Episoden, in denen das Aufeinandertreffen der beiden feindlichen Seiten in Wort und Bild erzählt wird. Es gibt keine Sprechblasen dazu (nur in der Episode von Roman Nose); die Texte erläutern penibel die Vorkommnisse, die mit wirklich beeindruckenden Bildern/Panels grafisch außergewöhnlich illustriert sind. Auf den Seiten sieht man vorwiegend Gefechte, Gemetzel und sonstige Gewalthandlungen, Kavallerie, Kanonen, Federschmuck, Speere und Pfeile …

Im einleitenden siebenseitigen Teil wird der Künstler Alberto Giolitti vorgestellt. In seinem Studio waren mehrere Zeichner tätig, die z.B. für Perry, unser Mann im All, Spuk und Geistergeschichten, für Kauka und sogar für Tarzan, Zorro, Turok, (Raumschiff) Enterprise und Start Trek. Dieser dokumentarische Teil der Künstler ist sehr informativ und offeriert bis dato wenig bekannte Zusammenhänge etlicher Arbeiten im Bereich der Comicveröffentlichungen, auch hierzulande!

Hier liegt also eine facettenreiche Veröffentlichung vor. Eine spezielle Ausgabe der Bildschriften Klassiker. Ein vergessenes Werk von historischer Bedeutung. 
Eine Empfehlung für Liebhaber von Wild West Storys: Blutig und actionreich mit dem Anspruch, geschichtlich fundiert erzählt und realistisch dargestellt zu sein!

Blut auf der Prärie

Text: Paul Wellmann, Zeichnungen: Alberto Giolitti
96 Seiten
bsv Hannover
29,80 Euro

Autor: Rolf Pressburger

BSV