Ismael Posta ist ein eloquenter und dubioser Typ: In etlichen Gebieten der Ausbeutung, Manipulation, Schwindeleien, Betrug und dergleichen mehr ist er ein erfolgreicher „Geschäftsmann“, der mit seinen unlauteren Methoden Berge von Geld scheffelt; bis ihn der Tod ereilt.
Er geht ohne Umwege direkt in die Hölle. Dort hat man gegenwärtig „weltliche“ Probleme z.B. mit den Gewerkschaften, die gegen die Obrigkeit demonstrieren.
Selbstverständlich nimmt Posta dort sofort einen Anwalt, um gegen seine folgenden ungerechten Strafen, wie er selbstbewusst proklamiert, Widerspruch einzulegen.
Zwar wird der abgelehnt, aber was ein echter Manipulator und eine verblendende Ego-Boosting-Koryphäe ist …
Mit Bezügen zur wirklichen „irdischen“ Zuständen wird hier eine sehr humorvolle und satirische Geschichte erzählt. Im Grunde sind die Gegebenheiten in der Hölle kaum anders, als in der hiesigen Welt! Vielleicht ein bisschen spiegelbildlich konträr. Aber der Reiz dieser Story liegt eben genau darin! Sogar in der Hölle werden die dort Verfluchten und Verdammten mit einer scheinheiligen Propaganda manipuliert. Posta macht sich mit seinen schlimmen Talenten auch dort sofort „ans Werk“.
Es sind etliche stereotypische Episoden in diesem Comic enthalten. Sie sind nötig, um gerade diese einer Ironie auszusetzen; im Grunde werden viele Vorstellungen von „dort unten“ aufgegriffen, teilweise bestätigt, konterkariert und im Sinne der ganzen Story dem Schmunzeln preisgegeben. Angefangen von den überdimensionierten Hörnern der Dämonen bis zum Höllenfeuer, jetzt in großen Bottichen mit heißem Inhalt. Die Umwelt ist weitgehend düster und dystopisch.
Der Band ist leicht zu lesen, die Handlung ist stringent erzählt; und auch, wenn man vielleicht ahnt, wie das Ganze ausgeht – er ist durchweg spannend und amüsant, mit Augenzwinkern und Sinn für Ironie und Sarkasmus.
Die Zeichnungen sind locker, schmissig und abwechslungsreich.
Postas schlägt sich ganz im Duktus seiner Schleimigkeit. Zum Schluss ist auch noch der Chef der Unterwelt, Luzifer persönlich, von einem harten Schicksalsschlag getroffen!
Ein sehr unterhaltender Comic mit Überlänge (nicht im Sinne von langatmig), lakonischen Übertreibungen, komödiantischen Szenen und Witz.
Willkommen in Pandemonia
Text: Diego Agrimbau, Zeichnungen: Gabriel Ippoliti
72 Seiten
Schreiber und Leser
19,80 Euro
Autor: Rolf Pressburger