Eines Tages scheint ihm ein äußerst verheißungsvoller Auftrag in eine höhere Riege der Ermittler zu verhelfen. Er wird als Detektiv auf ein Schiff eingeladen, das nach Amerika schippert.
Kaum ist er auf dem Schiff angekommen, kommt er auch schon ins Staunen. Mit dabei sind etliche Leute, die er kurz zuvor in Hamburg getroffen hat; auch sein Gehilfe, von dem er sich verabschiedet hatte. Kaum auf dem Schiff wird er schon zur Arbeit gerufen. Der gutsituierten Frau Stein ist Schmuck abhanden gekommen. Gestern hatte er noch an Land für sie ihren Mann ausspioniert. Verdächtigt wird ein Puppenspieler. Auch ihm begegnete Weltschmerz erst kürzlich auf der Straße. Gemeinsam mit einem älteren Rabbiner soll er den Diebstahl begangen haben. Julius ist sich sicher und stellt beide zur Rede!
Die historischen Hintergründe der Anfänge der Ausländerfeindlichkeit werden nur gestreift. Zwar sind immer wieder mal diesbezügliche feindliche Razzien im politischen Gebaren zu sehen, bleiben aber Randinhalt. Der Autor legt das Augenmerk auf den seltsamen Zufall der Anwesenden auf dem Schiff. Einiges erinnert an die Krimis von Agatha Christie, an diverse Geschichten mit Poirot. Alles scheint nach den ersten Ermittlungen klar vor Augen zu liegen. Doch auch in dieser Story hier kommt alles ganz anders. Und eigentlich auch noch viel überraschender, weil es mysteriös endet!
Die Zeichnungen der jungen Künstlerin Chendi sind lockeren Striches und erinnern an die Anfangszeiten der belgischen Schule der 1940er Jahre. Sie zeichnete bislang vor allem Comics für Disney. Die ein wenig blasse Kolorierung vermeidet einen zu grellbunten Eindruck. Die historischen Hintergründe der damaligen Zeit passen ins Bild.
Wenn man die Story schon im frühen Stadium interpretiert, erschließt sich durch dezente Hinweise eines Nebenaspektes eine logische Schlussfolgerung im Finale. Sie wird allerdings von Chang am Ende auch erklärt.
Eine ungewöhnliche Story, einerseits ein klassischer Krimi, von einem eigentlich gewöhnlichen Privatdetektiv, wie es ihn in der Literatur zur Genüge gibt. Andererseits mit einem Schluss, den es so wohl noch nicht oft gab!
Die wundersamen Abenteuer von Julius Weltschmerz
Text: Julian Voloj, Zeichnungen: Chendi
136 Seiten
Kult Comics
25,00 Euro
Autor: Rolf Pressburger