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27.06.2018

Splitter

Nach der Apokalypse

Nach der Apokalypse

Die Erde knapp 100 Jahre nach der Apokalypse: Verschiedene Gruppen von Menschen versuchen in einem chaotischen Zustand in der kaputten Umwelt zu überleben!

Der Künstler Juzhen (Konungar) steuert zu dieser Story die beeindruckenden Bilder bei, die der hierzulande noch nicht in Erscheinung getretene Texter Laurent Queyssi sich ausgedacht hat.
Die Gruppe der jungen Giala wird von einer bösen Horde überfallen. Sie kann noch schnell die Kinder verstecken, bevor sie fliehen muss und sich in den Wirren der zerstörten Stadt verirrt. Doch sie trifft glücklicherweise auf eine Horde Mutanten, die freundlich gesinnt sind und ihr helfen wollen, in ihr Gebiet zurück zu finden und die Kinder zu retten. Dazu suchen sie einen Turm auf, in dem ein alter Mann wohnen soll, den man den „Hexer“ nennt. Er gibt Giala eine alte Stadtkarte, auf der Wahrzeichen vermerkt sind, die Giala aus ihrem heimischen Umfeld kennt. Doch niemand der Mutanten sieht sich zunächst in der Lage, die Karte zu lesen. Derweil sind die bösen Horden weiter auf der Suche nach Giala, denn sie hat vom Anführer etwas geklaut, bevor sie abgehauen ist. Aber die wirklichen überraschenden Wendungen stehen noch aus! Eine diese Offenbarung reicht bis in die Zeit vor der Apokalypse zurück.
Die Grafik ist grandios, sehr realistisch, detailgenau, und plastisch wirkend. Ebenso die sensible Farbgebung, die sämtliche Nuancen und Schattierungen wiedergibt!
 
Das Szenario ist angefüllt mit Trümmern und Ruinen, kaputten Fahrzeugen und einer neblig-dunstigen Atmosphäre. Gefährliche Viecher zu Land und in der Luft sind immer ein Risiko, denn darunter sind Büffel, groß wie Elefanten, Echsen, die Godzilla gefährlich werden könnten, und drachenähnliche Biester, die hinterhältig angreifen! Die freundlichen Mutanten sind ein bunter Haufen verschiedener Charakteren, Physiognomien und Verwachsungen. Die Bösen haben die dementsprechende Mimik und Grausamkeit. Sogar Parallelen zu einschlägigen Superhelden-Teams sind vorhanden (bei der Gruppe der Guten), ohne diese allerdings explizit zu kopieren. Die Protagonisten sind allesamt phantasievoll ausgestattet. Die Frauen sind leicht bekleidet, die männlichen Mitwirkenden muskulös und/oder egozentrisch. Die Handlung verläuft vielen anderen Geschichten nicht unähnlich: Zuerst ein Überfall, der die relativ harmonischen Lebensumstände ins Verderben führt, dann das Aufbäumen einer Überlebenden und unerwartete Hilfe von anderen, und schließlich der finale Kampf mit einer hier so nicht erwarteter Auflösung. Aber sie ist wirklich spannend und gibt u.a. auch eine allgemeine Gefahr diverser wissenschaftlicher Errungenschaften preis. Und vor allem ist dieser Band visuell einfach toll! Fans von solchen Comics wie z.B. „Storm“ sollten hier voll auf ihre Kosten kommen.

Nach der Apokalypse
Text: Laurent Queyssi, Zeichnungen und Farben: Juzhen
88 Seiten
Splitter
18,80 Euro

Autor: Rolf Pressburger