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03.07.2019

Finix Comics presents: Die großen Seeschlachten

1942: Die Schlacht um MIDWAY

Finix Comics presents: Die großen Seeschlachten - 1942: Die Schlacht um MIDWAY

Die Frage der Seeherrschaft war in der Menschheitsgeschichte immer entscheidend.

Als Symbol wissenschaftlicher und militärischer Größe waren es nur allzu oft die Kriegsflotten, die den Ausschlag gaben in den großen Konflikten eines Zeitalters, in dem das Flugzeug noch nicht erfunden war.

Noch heute klingen Namen wie Trafalgar, Skagerrak oder Lepanto nach. Seeschlachten, die wie so viele andere Auseinandersetzungen zur Legende geworden sind. Als ein Kenner der Materie lädt Jean-Yves Delitte den Leser mit der vorliegenden Reihe ein, mitten einzutauchen ins Geschehen rund um die größten Seeschlachten der Geschichte von der Antike bis zum Zweiten Weltkrieg.

Die Schlacht von Midway erlebte "den schnellsten Wechsel des Schlachtenglücks, den man in der Seekriegsgeschichte je erlebt hatte, und zeigte, wie zufallsbedingt diese Schlachten sind, die in dem neuen Stil kombinierter See- und Luftkämpfe auf weite Entfernungen ausgetragen werden", so der bekannte britische Militärtheoretiker Basil Liddell Hart.

Der Flottenverband der Japaner einschließlich der japanischen Zero-Kampfflugzeuge war den Amerikanern vor Midway haushoch überlegen. Die von Flugzeugträgern und den kleinen Midway-Inseln aus operierenden US-Kampflugzeuge erlitten enorme Verlust und wurden fast alle von den Zero-Jägern abgeschossen. Doch dann hatten die Japaner gerade mal fünf Minuten richtig Pech.

Durch anderweitig gebundene Flugzeugverbände der Japaner und dem Befehl, auf geringerer Höhe zu operieren, um die japanischen Schiffe zu schützen, erreichten 68 US-Sturzkampfbomber in etwa 5000 Meter Höhe das Kampfgebiet, nachdem sie sich zuvor verflogen hatten. Es gelang ihnen, die japanischen Flugzeugträger ausfindig zu machen und stürzten sich auf diese. Diverse Bomben erreichten ihr Ziel und verwandelten die Träger "Soryu", "Akagi" und "Kaga" in Flammenhöllen. Innerhalb von fünf Minuten hatte Japan den Kern seiner Trägerflotte verloren. Oberbefehlshaber Yamamoto fehlte damit die notwendige Luftunterstützung für seine Verbände und daher trat er den Rückzug an.

Auf 46 Comic-Seiten versucht Szenarist Jean-Yves Delitte die historischen Ereignisse rund um die Schlacht um Midway spannend und interessant aufzubereiten. Das ist ihm im Rahmen des zur Verfügung stehenden Platzes auch angemessen gelungen. Natürlich war es nicht möglich, die sehr umfangreichen Kampfhandlungen zu Land, zu Wasser und in der Luft ausführlich zu schildern. Dafür war das Schlachtgeschehen einfach zu umfangreich.

Faszinierend war es allemal (auch wenn die Folgen der Schlacht, was die Verluste an Menschenleben betraf, schon schockierend waren). Nach dem Lesen des Albums und des sehr informativen Sekundärteils habe ich zusätzlich im www zu Midway recherchiert und fand überraschenderweise zwei Mini-Inseln im Pazifik. Damals immerhin so bedeutend, dass eine der größten Seeschlachten um die zwei Eilande geführt wurde. Die Japaner hofften, die US-Navy entscheidend schlagen zu können, indem sie alle den Amerikanern noch verbliebenen Flugzeugträger versenken würden. Der Plan ging nicht auf.

Die Kampfhandlungen selbst stehen in dem Midway – Band übrigens nicht im Vordergrund. Viel mehr werden die Stimmungen von beteiligten Soldaten geschildert, ihre Hoffnungen und Ängste offengelegt („Scheiß Krieg“). Sowohl auf der Seite der Amerikaner als auch auf der Seite der Japaner. Das Denken war gar nicht so unterschiedlich. Mit Ausnahme der Zuversicht auf das was noch kommt. Da waren die Japaner doch (Dank der japanischen Propaganda?) deutlich siegessicherer.

MIDWAY ist ein weiterer lesenswerter Band in der Reihe „Die großen Seeschlachten“.

von Michael Hüster
Stichwörter: Finix-Comics

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