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01.01.2020

Backlist: H.G. Wells - Der Unsichtbare

Der Splitter-Verlag aus Bielefeld widmet dem Meister der Science Fiction eine sechsbändige Prachtausgabe

Der Splitter-Verlag aus Bielefeld widmet dem Meister der Science Fiction eine sechsbändige Prachtausgabe

H.G. Wells ist, neben Jules Verne, nicht nur ein, sondern der Ahnherr und Klassiker der modernen Science-Fiction-Literatur. Einige seiner Bücher sind Schlüsselwerke des utopischen Zukunftsromans, "Der Krieg der Welten" etwa, "Die Insel des Dr. Moreau" und natürlich "Die Zeitmaschine".

Im Laufe der Jahrzehnte sind sie unzählige Male adaptiert, interpretiert, kopiert, zitiert und auch persifliert worden. Allein "Der Krieg der Welten" ist ein äußerst beliebter Stoff, auch und gerade im Comic.

Szenarist Dobbs hat sich deshalb nun daran begeben, zusammen mit einigen ausgewählten Zeichnern, eine zeitgemäße Comic-Interpretation der Hauptwerke von H.G. Wells im klassischen Geist vorzulegen. Neben den eingangs genannten Titeln ist zudem noch "Der Unsichtbare", ein weiteres Beispiel dafür, dass die Erzählungen von Wells stets spannend sind, unterhaltsam, auch amüsant und vor allem eins: zeitlos aktuell!

H.G. Wells' berühmter Roman lässt einen Menschheitstraum zur grauenvollen Realität werden: Ein junger Wissenschaftler namens Griffin entschlüsselt das Geheimnis, wie man unsichtbar wird. Zunächst ist er begeistert von seiner neuen Entdeckung, doch als er das Experiment an sich selbst durchführt, wird ihm klar, dass unsichtbar sein nicht heißt, unangreifbar zu sein. In seiner Verzweiflung sehnt er sich nach einer Möglichkeit, den Prozess umzukehren, und landet in einem kleinen Dorf, wo er meint, dass er in Frieden arbeiten kann. Als sein Geheimnis jedoch auffliegt, beginnt eine Abwärtsspirale des Schreckens und der Gewalt.

Inhalt: Und genau in diesem Dorf setzt die Handlung Ende des 19. Jahrhunderts ein. An einem kalten Februartag stapft bei Wind und Schneegestöber ein Fremder im nebligen Dunkel wankend nach Iping, einem kleinen Dorf in Sussex. Die Ankunft wird mit einem sehr schönen ganzseitigen Panel atmosphärische sehr gelungen in Szene gesetzt.
Der Mann ist auf der Suche nach einem Gasthof. Seltsam vermummt, mit Zylinder auf dem Kopf und mit dicker runder Brille vor den Augen mietet er sich ein, und führt hinter verschlossenen Türen seine Experimente durch. Von Beginn an weckt der Fremde Misstrauen bei den Wirtsleuten, bei der hübschen jungen Bediensteten des Gasthauses und den Bewohnern der Gemeinde. Das der Fremde immer wieder plötzlich unvermittelt auftaucht, ohne das man ihn kommen sieht, verstört die Leute zusätzlich. Solange er für die Unterkunft bezahlt, bleibt zunächst trotz der ungewöhnlichen Umstände alles ruhig.

Doch die seltsamen Begebenheiten nehmen zu und irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, in dem die Dorfbewohner den Fremden eindringlich um eine Erklärung bitten. Dieser verliert die Nerven und outet sich als Unsichtbarer. Von nun an ist Griffin ein Gejagter, dessen Schicksal letztlich vorbestimmt sein dürfte…

Wells' phantastisch-utopischer Roman von 1897 ist ein Klassiker. Reich an Gruseleffekten und packend erzählt, lotet diese subtile psychologische Studie schon am Ausgang des 19. Jahrhunderts die Abgründe aus, in die ein skrupelloser Forschergeist die Menschheit zu stürzen vermag.

Was zunächst beinahe als Komödie beginnt, verwandelt sich in Wells' bahnbrechendem Roman alsbald in eine psychologischen Albtraum, der auch heute noch seine Wirkung nicht verfehlt und die Abgründe der menschlichen Seele aufzeigt.


Sehr gefällig sieht die geprägte Titelseite aus. Das packende Szenario von Dobbs setzt Chris Regnault sehr gelungen um. Er hat einen Zeichenstil, der sehr ansprechend ist. Außerdem gefiel mir darüber hinaus die Figur des Landstreichers Mr. Marvel, der mich in seinem Aussehen doch sehr an den Goldgräber und Schluckspecht Jimmy McClure aus der Westernserie Leutnant Blueberry erinnert.


Alle Bänder der Serie im Überblick:

Autor: Michael Hüster