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16.08.2021

Splitter-Verlag

Western Legenden: Wyatt Earp

Western Legenden: Wyatt Earp

Der berühmte Wyatt Earp reist nach seinem legendären Abenteuer am O.K Corral nach San Francisco. In dieser großen Stadt ist die wilde Zeit der Cowboys schon vorbei. Hier herrscht geschäftiges Treiben und ein grausamer Mörder ermordete seinen Freund.
 

Aufgrund eines Schreibens, das er von ihm erhielt, besucht er die Witwe und verspricht, den Mörder seines Freundes und ihres Gatten zur Strecke zu bringen. Die Fotos, die er sichtet, zeigen einen schrecklich zugerichteten Mann. Ein Irrer, ein Täter, wie er zeitgleich in London in den dunklen Gassen umherstreift? Earp geht einem ersten Hinweis nach und trifft sich mit drei Verdächtigen zum Kartenspiel. Dabei mustert er sie und macht sich seine Gedanken. Eines Nachts wird er unvermittelt von einer vermummten Gestalt attackiert. Earp muss zugeben, dass er ihm zunächst unterlegen ist, kann sich aber mit Kampfeswillen behaupten. Er forscht weiter und findet das Versteck, in dem sein Freund gefoltert wurde. Diese Art der Folterungen trägt die Handschrift eines Indianerstammes. Eine Spur? Earp gibt nicht auf und kommt einem Komplott auf die Schliche! Er wird im Laufe der Handlung doch noch überwältigt und steht seinem Schlächter gegenüber. In der höchsten Not erhält er eine nicht ganz unerwartete Hilfe und in der finalen Sequenz verlässt er sich auf eine listige Vorgehensweise und unbarmherzige

Entschlossenheit. So ist auch die Aktion auf wenige Seiten beschränkt, die sich hauptsächlich zum Ende hin ausbreitet.

Es ist eher ein Thriller, als ein Western. Kaum etwas, das die bekannten Ingredienzien einer Cowboy-Story beinhaltet. Wyatt Earp zehrt von seiner Berühmtheit, was Bewunderung und Überhöhung seiner Person betrifft. Doch in dieser Geschichte ist er vorwiegend ein Detektiv und ein Rächer.

Die Zeichnungen wirken im Detail ein wenig grob, sie sind aber mit vorzeigbaren Hintergründen ausgestattet und manchmal sieht man prächtige historische Bauten. Die Farben sind vorwiegend in düsteren braun-beige Tönen gehalten und nicht grade überbordend bunt.

Eine Story mit einem Titelhelden, der zwar im Genre Legendenstatus besitzt, hier aber in eine ganz unerwartete Rolle schlüpft. Wer Cowboy-Flair und rauchende Colts erwartet, könnte enttäuscht werden. Sie spielt eher im Milieu der Salonbanditen mit weißem Kragen und dicker Zigarre, als in den Blauen Bergen, der Prairie oder vor dem Rio Grande. Eine nicht allzu tiefsinnige Handlung mit einigen Klischees behaftet. Sie ist durchaus spannend, aber nicht unbedingt mit vielen innovativen Ideen, was Handlung und die Auflösung betrifft.

Autor: Rolf Pressburger