News - Rezensionen


03.05.2019

Tintenkilby Verlag

The Fall

The Fall

Der hierzulande noch unbekannte Autor und Zeichner dieses Comics ist ein schweizer Illustrator. Er erzählt hier eine weitere Geschichte im weiten Feld der apokalyptischen Szenerie

Eines Tages kommt die Mutter einer kleinen Familie von ihrer Arbeit in einem Krankenhaus nicht mehr nach Hause. Eine Grippeepidemie legt die ganze Stadt lahm. Nach der Beerdigung schlagen sich der Vater, die Tochter im Teeniealter und der jüngere Sohn gerade so durch die chaotischer werdende Stadt. Quarantäne wird verhängt und auf den Straßen herrscht Anarchie. Lebensmittelgeschäfte werden geplündert und auf Lastwägen befördert man Leichen fort. Als eines Abends auch noch der Strom ausfällt sieht der Vater die Zeit gekommen, wegzugehen. Das Ziel sind die Berge außerhalb, wo die Großeltern wohnen. Doch kaum auf der Straße scheint die Tochter irgendwas zu hören. „Da draußen ist doch was!“ …

Die Story beginnt wie so viele mit ähnlichen Thema. Ein heile, heimelige Welt ändert sich in kurzer Zeit. Beginnend mit einer Rezession und außergewöhnlich hohen Temperaturen im Sommer. In Panik versuchen die Leute in Autokolonnen dem beginnenden Chaos zu entfliehen. Das Schreckgespenst heißt Sommergrippe, eigentlich eine banale Infektion. Doch die Viren sind äußerst anpassungsfähig und überfordern Prävention und Heilung.
Noch ist in diesem 1. Band nicht viel von der drohenden Apokalypse zu sehen. Es ist ein Vorspiel, das hier mit sehr guter Einleitung in die Fortsetzung einführt. Die Protagonisten sind zwar nicht außergewöhnlich, ganz normale Bürger, ein besorgter und rühriger Vater, der den Rest seiner Familie am Leben halten will. Doch das Drohende ist vor allem auch in den tollen Zeichnungen angedeutet. Unordnung auf den Straßen, Militär und Plünderer sowie eine allgemeine anarchische Stimmung ist angemessen dargestellt. Die Farben unterstreichen dies eindrucksvoll. Kein warmes Grün oder Gelb ist zu sehen, bleiche, rosa, lila und graue Farbnuancen wirken kalt und düster und beinahe hoffnungslos!

Der Herbst, so die Übersetzung von The Fall, bringt zwar eine letzte kärgliche Kartoffelernte, aber die Bäume werden rot, die Kälte ist zu erwarten und die Fortsetzung kann nur noch unheimeliger werden, vielleicht sogar unheimlich!
Ein Comic mit tollen Zeichnungen, depressiver Grundstimmung und trotz der bis hier hin nicht allzu innovativer Idee sehr spannend. Doch wer weiß, was noch an Thrill folgen mag …

The Fall
Text und Zeichnungen: Jared Muralt
64 Seiten
Tintenkilby Verlag
15,80 Euro

Autor: Rolf Pressburger