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18.07.2018

Der neue Comic von Emmanuel Lepage bei Splitter

Eine fantastische Erzählung über einen der legendärsten Leuchttürme der Welt: Ar-Men

Eine fantastische Erzählung über einen der legendärsten Leuchttürme der Welt: Ar-Men

Fiktion, Dokumentarfilm und Legenden, epische wie intime Erzählung, Emmanuel Lepage bietet eine Geschichte von großer Intensität.

Üppige Farben, atemberaubende Bilder: Emmanuel Lepage liefert mit Ar-Men ein bemerkenswertes Werk der 9. Kunst ab!

Weit vor der bretonischen Küste auf der Île de Sein trotzt Ar Men (»der Felsen«) Sturm und Wellen, ein Leuchtturm gebaut an einem der unwirtlichsten Orte Frankreichs. Die Männer, die dort ihren einsamen Dienst tun, nennen ihn auch »die Hölle der Höllen«, denn aufgrund seiner isolierten Lage ist mitunter wochenlang kein Kontakt zum Festland möglich -- auch keine Evakuierung im Ernstfall. Dies ist die Geschichte von Germain, der in den 1960er Jahren das Leben an Land hinter sich ließ, um die Wunden, die seine Seele trug, zu überwinden. Im Ar Men hat er seinen Platz gefunden.
 
Nach »Ein Frühling in Tschernobyl« und »Weiß wie der Mond« lässt Emmanuel Lepage uns in »Ar Men« erneut an einer seiner außergewöhnlichen Reisen teilhaben. »Ar Men« ist eine bildgewaltige Dokumentation über einen der menschenfeindlichsten Orte der Erde und über die Männer, die dort leben, damit Schiffsreisende eine sichere Fahrt haben können.

Ar-Men ist der westlichste Leuchtturm der Bretagne. Ein Leuchtturm gebaut von einer Hand voll Männer in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts auf einem Felsen von nur wenigen Quadratmetern mitten in der stürmischen See. Von seiner Konstruktion bis zu seiner letzten Nutzung ist seine Geschichte ein Teil der Geschichte der Bretagne. Es ist auch die Geschichte eines Mannes und seiner Geister.

In der sehr filmischen Einleitung von Seite 1 zeigt sich das Talent von Lepage: eine beeindruckende Luftaufnahmen mit brillante maritimen Farben. Man folgt dem Flug einer Möwe von der Insel Sein bis zum Leuchtturm.

Dort sitzen zwei Männer in einem Leuchtturm von zehn Metern Durchmesser mitten in den Wellen der häufig tosenden See. Dann kann es passieren, das eine große Welle die Tür des
Leuchtturmes oder die Fenster der Laterne zerbricht. Die Wärter sind da, um Leben zu retten, die der Seeleute auf den Schiffen, die sie durch das wegweisende Licht führen.

Lepage ist Bretone und man merkt der Geschichte an, dass dieses Album für ihn selbst ein besonderes persönliches Anliegen war. Man spürt die Verbindung zu den Elementen, die diese einfachen Menschen von Sein vereint, die in schlechten Zeiten vom Meer und den Schiffsunglücken leben. Und das ist gleichzeitig die Ironie der Situation: ein Leuchtturm wäre existenzgefährdend. Also mussten sie zunächst für die Idee begeistert werden, dem Bau des Leuchtturmes zuzustimmen und aktiv am Bau mitzuwirken. Dafür wird ihnen als Gegenleistung ein Damm gegen Überschwemmungen versprochen. Was wiederum zur Verbesserung der Lebensumstände führt, weil keine Ernten durch Sturmfluten mehr verloren gehen.

Lepage versteht es, den Mythos von Ar-Men und die persönliche Reise seiner Figuren zu einer faszinierenden, grafisch hervorragenden und abwechslungsreichen Geschichte zu arrangieren. Sehr  menschlich und sensibel.

Leseprobe

Autor: Michael Hüster