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30.09.2020

Neuer Western von Yves Swolfs bei SPLITTER: Spannend, knallhart, abgründig

Lonesome, der namenlose Rächer

Lonesome, der namenlose Rächer

Wenn man an Westerncomics denkt, so fallen einem vor allem Leutnant Blueberry von Jean-Michel Charlier/Jean Giraud, Comanche von Greg/Hermann und Jerry Spring von Jijé ein.

Doch es gibt noch einen weiteren Comic-Klassiker, der in dieses Genre gehört und es ebenfalls zu einem gewissen Ruhm gebracht hat: Durango. Dieser Western wurde von Yves Swolfs kreiert und eben dieser präsentiert nun einen brandneuen Westerncomic mit dem Titel LONESOME.

Swolfs beginnt seine Geschichte im Februar 1861. Wie ein drohendes Unwetter zieht der amerikanische Bürgerkrieg am Horizont auf. Holton, ein einsames Städtchen in den verschneiten Ebenen von Kansas, wird vom Hassprediger Markham und seiner fanatischen Horde heimgesucht, eingeschüchtert und in Richtung von kriegerischen Auseinandersetzungen instrumentalisiert. Bis zu dem Tag, als ein namenloser Reiter in der Gegend erscheint. Dieser lonesome Cowboy verfolgt einen dantesken Rachefeldzug, in dem Markham eine ganz wesentliche Rolle spielt. Eine besonders grausame Angewohnheit von Markham und seinen Leuten ist es, ehebrecherischen Frauen im Namen der Moral brutal zu misshandeln und zu töten, alles unter dem Zeichen der Flagge der Konföderierten Staaten.


Soviel sei verraten: der namenlosen Rächer wuchs unter Indianern auf und verfügt über eine besondere Fähigkeit: er kann zum Beispiel in die Zukunft sehen. Und dass ist auf seinem Weg sehr wichtig und existentiell. Daneben kann er sehr gut mit seinen Waffen umgehen, ebenfalls eine Lebensversicherung. Nebenbei hat er auch noch das notwendige Glück, immer wieder aus scheinbar hoffnungslosen Situationen herauszukommen. Bei der Verfolgung seiner Ziele geht er zudem geschickt vor. In Band 2 erfährt man, was der Grund für seinen Rachefeldzug ist. Doch Band 2 ist nur eine Etappe. Der wahre Gegner wartet in den dunklen Gassen von New York auf den Helden...
 
Yves Swolfs ist wieder da! Wie in seiner Serie „Durango“ ist sein Held ein Rächer.


Band 1 und 2 von LONESOME „Die Spur des Predigers/Die Ruffians" sind jeweils geniale Comic-Western-Bände. In knallharter Manier zieht der Namenlose seine Spur durch das Abenteuer. Ohne Angst und Erbarmen tritt er seinen Kontrahenten gegenüber. Und er handelt immer in Notwehr…

Das Blueberry-Zeichner Jean Giraud zu den Vorbildern von Swolfs zählt, merkt man den sehr schönen Zeichnungen des Autors an. Mit der Art, wie Swolfs in LONESOME seine Geschichte in Bilder umsetzt, steht er in der Tradition der großen europäischen Western-Comic-Autoren.
Der Western ist bisher äußerst spannend. Swolfs überzeugt mit einem starken Szenario. Die Zeichnungen und Farben entsprechen meinem Verständnis von einem gelungenen Comic-Western.

 

Autor: Michael Hüster