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13.03.2020

Festivals abgesagt, Läden geschlossen

Corona infiziert Comic-Branche

Corona infiziert Comic-Branche

Nachdem zunächst die Leipziger Buchmesse mit der Manga-Comic-Con ausfallen musste, hagelte es in den letzten Tagen immer mehr Absagen von Comic-Veranstaltungen. Besonders umfangreich war die Liste aus Österreich, da dort bereits Events ab 100 Besuchern untersagt wurden.

Das betrifft den verhältnismäßig kleinen Indiecomixday in Wien (verschoben auf den 1. Oktober 2020) genauso wie das deutlich größere Nextcomic Festival. In Linz hatte man bis zuletzt zumindest noch darum gekämpft, wenigstens die diversen Ausstellungen zeigen zu können. Doch letztendlich konnte heute nur noch vermeldet werden, dass jetzt das ganze Festival, das bis zum 21. März dauern sollte, geschlossen ist.

Auch in Leipzig wird trotz der Absage der Buchmesse immer noch darum gekämpft, wenigstens kleinere Events rund um den Comic stattfinden zu lassen. So muss das Indie-Festival "The Millionaires Club" zwar den zentralen Büchermarkt canceln, hofft aber immer noch, einzelne Ausstellungen oder Lesungen stattfinden zu lassen. Ähnliche Hoffnungen hat man auch noch bei der Artist Alley im Beyerhaus, die für dieses Wochenende als kleiner Ersatz für den MCC-Kreativbereich ins Leben gerufen wurde, der sonst in der Halle 1 auf der Buchmesse angesiedelt ist. Was aber tatsächlich stattfindet, klärt sich womöglich erst wenige Stunden vor Beginn der Veranstaltungen. Infos hierzu mit vielen Links gibt es im mycomics.de-blog unter dem Link: https://t1p.de/sfsfhttps://t1p.de/sfsf

Aber auch für die nächsten Wochen und Monate gibt es bereits gravierende Veränderungen. So wurde die Comiciade Aachen vom 25./26. April auf den 22./23. August verschoben und die Animuc in Fürstenfeldbruck gleich ganz abgesagt, obwohl man sich noch um einen etwaigen Ausweichtermin bemüht. Genau ein solcher Ausweg dürfte sich aufgrund der Dimensionen beim Internationalen Comic-Salon Erlangen ausschließen. Da kann man wirklich nur hoffen, dass die Corona-Krise bis Mitte Juni ausgestanden ist.

Doch nicht nur wegen ausfallender oder verschobener Messen und Festivals ist die Comic-Branche vom Corona-Virus betroffen. Auch Produktion und Verkauf neuer Comic-Titel wird immer stärker in Mitleidenschaft gezogen. Dabei sind geschlossene Druckereien in China eher seltener der Grund, da in Fernost von deutschen Verlagen nur wenige besonders aufwendige Bände in Auftrag gegeben werden, etwa solche im Überformat.

Sehr viele Publikationen könnten dagegen bald bei Panini betroffen sein, da ein Großteil von Redaktion, Grafik und Druck – auch der Produktion für den deutschsprachigen Raum! – im Stammsitz des Konzerns in Modena zusammenläuft. Die norditalienische Stadt mit der gleichnamigen Provinz gehörte schon von Anbeginn der Corona-Krise in Italien zur besonders betroffenen "Roten Zone". Inzwischen wurde die Redaktion in Modena ins Homeoffice geschickt und es bleibt abzuwarten, ob der Druck und die sich anschließende Lieferkette nach Deutschland aufrecht erhalten werden können.

Und auch wenn all diese Probleme bewältigt werden, heißt das trotzdem noch nicht, dass die Leser in den nächsten Wochen und Monaten problemlos an ihre Comics kommen können. Denn in Österreich wurde gerade von der Regierung das Schließen des Großteils des Einzelhandels ab der nächsten Woche angeordnet. Davon wird auch der Comicfach- und Buchhandel betroffen sein. Ähnliche Schritte könnten sehr schnell für Deutschland folgen.
 

Autor: PPM