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03.08.2020

bsv Hannover

Perlen der Comicgeschichte 8 – Fix und Foxi

Perlen der Comicgeschichte 8 – Fix und Foxi

Die beiden jungen Füchse sind heuer 67 Jahre alt. Sie sind die Titelgeber einer deutschen Comicreihe, die ihre beste Zeit bis Ende der 1970ger Jahre hatte.

In der hier nun vorliegenden 8. Ausgabe von Perlen der Comicgeschichte sind sieben Geschichten der wohlbekannten Charaktere Fix und Foxi, Knox und Lupo enthalten. Dazu ein längeres Abenteuer von Mumpi, einem kleinen Träumer. Diese märchenhafte und fantasievolle Story dürfte wohl ein besonderes Highlight dieser Ausgabe sein!

Den Zeichnern der jeweiligen Episoden wird hier ein große Aufmerksamkeit gewidmet; die unterschiedlichen Stile und Eigenheiten der Grafik ebenso gewürdigt, wie am Rande auch das Gesamtwerk von Rolf Kauka.

Natürlich sind die meistens Geschichtchen aus heutiger Sicht sehr naiv und für eher junge Leser abgestimmt. Alberne Missgeschicke, kindliche Scherze und überbordende slapstickartigen Einlagen inbegriffen. Aber auch Episoden mit skurrilen Ideen der Protagonisten und verrückten Handlungen wurden ausgewählt, um einen Querschnitt der damaligen Comics aus den Heften aufzuzeigen. Das Augenmerk und den Fokus legten die Herausgeber zu Recht auf die - historisch betrachtet - originellen Zeichnungen und die dahinter stehenden Künstler! Denn es sind stilprägende Einflüsse zu entdecken und auch Ausflüge in eine gewisse Art von Avantgarde hinsichtlich der visuellen Experimente. Die Geschichte „Die Zaubertapete“ wiederum zeugt von großem Einfallsreichtum und gefühlvoller Fabulierkunst. Ein Märchen „wie es im Buche steht“. Reminiszenzen an andere diesbezügliche klassische Werke und Disney sind nicht zu übersehen.

Die Reproduktion aus alten Originalheften, von Titelbildern und sogar Schallplattenhüllen (die damals ab und zu als Beilage zum Comic erhältlich waren) sind hervorragend! Die Seiten haben den warmen Flair mit der blässlichen Patina alter Drucke und sind farblich schon für damalige Verhältnisse äußerst geschmackvoll und nuancenreich.

Ein ganz besonderes Plus sind die über 40 Seiten an Hintergrundinformationen, Bilddokumenten und zusätzlichem grafischem Material. (So ganz nebenbei wird auch die Jugendkultur der sechziger und siebziger Jahre und ihre zugehörigen Presseerzeugnisse erwähnt.) Diese gehen zwar von den reinen Comicseiten ab, sind aber sehr aufschlussreich und interessant.

Ein unterhaltsamer Band mit Comicperlen aus deutschen Landen. Der Nostalgiefaktor ist sehr hoch, und diese Comicantiquität (wieder) zu entdecken deshalb eine Empfehlung wert!
 

Autor: Rolf Pressburger