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20.10.2020

Splitter

Die Waise von Perdida

Die Waise von Perdida

Ein Science-Fiction Thriller in Gefilden weit entfernt von der Erde und innovativer Story.

Der Schmuggler Max muss mit seinem Raumschiff auf dem Planeten Devils Ball notlanden. Während er sein Gefährt reparieren lässt erreicht ihn ein Funkspruch von Freunden auf Perdida, von denen er sich vor Kurzem verabschiedet hat. Auf dem Planeten Perdida lebte bis dato eine einzige Familie. Nur der Sohn konnte jetzt einen  Angriff riesiger Hornissen überleben. Die letzte Bitte der Mutter an den Freund der Familie war, dass sich Max um den Sohn kümmern soll. Per Funk bleibt Max mit dem Jungen Claudi in Verbindung. Das Leben auf Perdida ist gefährlich. Also bittet er einen alten Haudegen mit Namen Silbad  um Hilfe, um den Bub zu retten. Zudem nimmt er ein verlobtes Pärchen als Passagiere mit auf die Reise, denn er braucht Geld für die Reparatur. Aber der Mann ist eine zwielichtige Gestalt und er versucht, die Rettung des Jungen zu boykottieren. Derweil schlittert das verängstigte Waisenkind in der unwirtlichen Umgebung auf Perdida in eine große Gefahr.

Die Zeichnungen sind auf das Wichtigste beschränkt. Karge Hintergründe, ein kantiger Pinselstrich und eindeutige Stilelemente des Manga weist die Grafik aus. Vor allem in actionhaltigen Szenen wirken sie ein wenig unübersichtlich. Action enthält der zweite Teil dieses Abenteuers reichlich, denn Max gerät wiederum in Schwierigkeiten, als er ein zweites Mal notlanden muss. Hier trifft er auf eine Horde Gesetzloser und ein Monster. Doch die wirkliche überraschende Wendung in dieser Geschichte soll noch kommen.

Im Gesamten liegt hier ein spannendes Abenteuer vor, das alles für gute Unterhaltung enthält: Dramatik, Gefahren, Bösewichter, außerirdische Flora und Fauna, utopische Technik und auch ein Schuss Romantik. Während im ersten von original zwei angelegten Bänden in ausreichendem Maße die Personen und Hintergründe vorgestellt werden, zwar noch scheinbar unzusammenhängend, bringt der zweite Teil alles zusammen und offenbart noch viel mehr. Es ist eine verblüffende Auflösung, die so nicht vorherzusehen ist. Denn der alte Mann Silbad, Max, und der Junge Claudi, haben wesentlich mehr gemeinsam, als es zunächst scheint!
Nach einer Novelle von Stefan Wul kreierten die Künstler dieses Bandes einen spannenden Comic aus dem weiten Feld der Raumfahrerabenteuer. Sehr interessant, weil es in der Handlung wenig von schematischen Storys ähnlichen Kalibers hat. Nun ja – wenn man von dem eigentlichen belanglosen Überlebenskampf zum Schluss hin mal absieht; aber auch diese Szenen sind wohl obligatorisch in diesem Genre!
 

 

Die Waise von Perdida
Text: Regis Hautière, Zeichnungen: Adriàn
112 Seiten
Splitter
22,00 Euro

Autor: Rolf Pressburger